Künstler und Nationalpark ziehen bei Sponsorenwanderung positive erste Bilanz des Projekts

Warzenbeißer-Kunstweg gefragt bei Gästen

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Förderer des Kunstwegs: Sponsoren verschafften sich bei einem Rundgang mit Nationalparkleiter Manfred Bauer selbst einen Eindruck, etwa vom Windturm, einem Objekt, das Reta Reinl aus Lichtenfels geschaffen hat.Fotos: Hilberg

Edertal - Vor einem Jahr wurden im Nationalpark Kellerwald-Edersee anlässlich des zehnjährigen Bestehens dieses Schutzgebietes zehn Land-Art-Objekte installiert und zum so genannten Warzenbeißer Kunstweg vereint. Innerhalb kurzer Zeit hat sich dieser Kunstweg zu einer vielbeachteten Attraktion entwickelt.

Die Umsetzung haben regionale Unternehmen unterstützt. Vertreter der Firmen verschafften sich bei einer Sponsorenwanderung persönlich einen Eindruck. Natur und Kunst sind keine Gegensätze, sondern unverzichtbare Bestandteile des menschlichen Lebens. Das ist die Idee, die dem Pfad zugrunde liegt. Nationalparkleiter Manfred Bauer freut sich sehr über das Angebot: „Es verbindet in idealer Weise Kunst mit der werdenden Wildnis und regt Wanderer und Kunstinteressierte gleichermaßen an, sich mit den Themen Wildnis und dem eigenen Naturverständnis auseinanderzusetzen.“

Akzente des Innehaltens und der Besinnung setzen

Kurator Gerhard Hesse erklärte, dass er mit der Land-Art im Nationalpark Themen aus dem großen Spektrum, das die Natur bietet, aufgreifen wollte: „Die Natur ist für mich durch die Eingriffe des Menschen, durch unsere Zivilisation, gefährdet und ich möchte mit den Objekten, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit der Natur auseinandersetzen, Akzente des Innehaltens und der Besinnung setzen.“

Zudem verfolge er einen regionalwirtschaftlichen Ansatz. Eine künstlerische Infrastruktur unterstütze die Regionalentwicklung. Hesse: „Der Warzenbeißer Kunstweg setzt an bei der Stärke der Region, nämlich der schönen Natur und ihrer Landschaft und großen Besonderheit, dem Nationalpark Kellerwald-Edersee. Das Schwierigste war, passende Plätze für die Kunstwerke auszusuchen.“ Land-Art-Kunst ist unter freiem Himmel angesiedelt und verändert sich im Laufe der Zeit. Sie entstand in den USA entstanden und nimmt Formen an. Die ersten Land-Art Künstler wollten Kunstwerke schaffen, die in keinem Museum, in keiner Galerie ausgestellt werden konnten und dies ist auch bei den Kunstwerken im Nationalpark der Fall.

Hintergrund

Wandersteine, Lichthaus oder Urbanes Leben

Am Eingang des Kunstwegs hat sich der Künstler und Kurator Gerhard Hesse dem Thema „Sonne/Schöpfung“ gewidmet. Sein Kunstwerk „Der Anfang“ ist eine Installation aus Metall. Der aus aus Kassel stammende Franz Mathias Kronibus installierte seine „Wandersteine“. An einer exponierten Lage schuf der Künstler zwei tonnenschwere Sandsteindreiecke, die den „Widerstreit Mensch und Natur“ darstellen. Kordula Klose aus Calden-Fürstenwalde stellte in einem Eichenhain ihr „Lichthaus“ aus. Die aus Cortenstahl und einer dicken Glasplatte gefertigte Skulptur symbolisiert ein Haus und gibt besondere Einblicke frei. „Die Gedanken sind frei“ , so hat Gerhard Hesse sein weiteres Kunstwerk betitelt. Der Besucher steht man am Ende des rund sechs Meter langen Stegs, hoch über dem Wasser und Felsen, sicher hinter Glas und Metall, links und rechts von Bäumen eingefasst und lernt neue Sichtweisen kennen. „Der Wind bedient sich als unsichtbares Naturelement, der Materie der anderen Elemente um sichtbar, fassbar und spürbar zu sein“, sagt Reta Reinl aus Lichtenfels. Sie hat für das Thema den „Windturm“ installiert. Drei Künstler aus dem Burgenland/Österreich, haben auch Installationen beigetragen. Reinhard Mikel aus Kukmirn hat das Thema „Speisung“ aufgegriffen. Er schuf einen ebenmäßigen begrünten Hügel mit dem passenden Namen „Naturbusen“. Irgendwann auch vollkommen in den Nationalpark integriert sein wird der „Gebärtunnel“ von Walter-Leo Handler. Dieses Buchenholzgeflecht beschäftigt sich mit dem Thema „Wachsen“. ? Gregor Pokorny aus Königsdorf hat mit seiner Installation „Verspannter Kopf“ das Thema Isoliertes Denken aufgriffen. Auch aus Österreich stammt Klaus Ludwig Kerstinger, der mit einem groß dimensionierten Gemälde das Thema Stadtszenen als „Urbanes Leben“ in Szene setzte. Der in Berlin lebende japanische Künstler Yusuke Sasaki hat für das Thema „Kommen und Gehen“ Glasziegel in den Boden eingelassen und nennt sein Werk „Irdene Einblicke".

Von Heinz-Wilhelm Hilberg

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