Unterbringung in Hallen in Mengeringhausen, Korbach und Gemünden

1000 neue Flüchtlinge erwartet

Waldeck-Frankenberg. Das Land Hessen hat dem Landkreis kurzfristig 1000 neue Flüchtlinge zugewiesen. Sie sollen insgesamt bis spätestens Freitagabend in Waldeck-Frankenberg eintreffen.

Im Rahmen der Gefahrenabwehr wurde dafür am Mittwoch der Einsatzbefehl „Katastrophenschutz“ ausgegeben. Das bedeutet, dass binnen 36 Stunden die Unterbringungsmöglichkeiten einzurichten sind. Die Flüchtlinge sollen möglichst an zwei Standorten untergebracht werden. Die Unterkünfte werden als Notfallunterkunft für das Land betrieben. Nach langen Beratungen zwischen Landrat Dr. Reinhard Kubat, Bürgermeistern und Fachdienstleitern aus der Kreisverwaltung und anderen Behörden fiel die Entscheidung auf drei Standorte, deren Größe, Aufnahmekapazität und Infrastruktur für eine kurzfristige Belegung geeignet erscheinen: die Sporthalle der Nicolai-Schule sowie die benachbarte städtische Turnhalle und die Stadthalle in Mengeringhausen, die Sporthalle bei den Beruflichen Schulen in Korbach und die Sport- und Kulturhalle in Gemünden. Mitglieder der Feuerwehren und weiterer Hilfsorganisationen haben am Mittwochabend damit begonnen, die Hallen einzurichten. Der Landkreis hat gemäß des Einsatzbefehls des Landes einen Meldepunkt im Kreishaus eingerichtet. Landrat Dr. Kubat appelliert an das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. „Die Zuweisung von Flüchtlingen stellt uns vor große soziale und humanitäre Herausforderungen, die wir nur gemeinsam und in gegenseitigem Einverständnis lösen können. Die Standorte für die drei Notunterkünfte wurden nach verschiedenen Kriterien ausgesucht, vor allem musste eine schnelle Belegbarkeit möglich sein“. 

 Über diese Sonderzuweisung hinaus, müsse der Landkreis auch noch ein wöchentliches Kontingent an Flüchtlingen unterbringen. Landrat Kubat betonte, dass dies auf der Basis der Verwaltungsvereinbarung des Landkreises mit seinen Städten und Gemeinden gut funktioniere. Bislang sei in jeder Woche ausreichender Wohnraum vorhanden gewesen. Mit einer völlig neuen Sachlage hatte sich gestern Mittag Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf telefonisch aus Wiesbaden gemeldet. In einem Gespräch im Hessischen Sozialministerium sei ihm die Zuweisung von 1000 neuen Flüchtlingen im Rahmen der Gefahrenabwehr angekündigt worden. Die vom Land betriebene Einrichtung könne gegebenenfalls in eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung umgewandelt werden. „Diese Situation hat uns völlig überrascht“, erklärte Kreissprecher Dr. Hartmut Wecker gegenüber unserer Zeitung. Bis zum Morgen sei die Arbeitsgruppe „Notunterkunft“ noch davon ausgegangen, 500 bis 600 Flüchtlinge innerhalb der nächsten Wochen dezentral unterzubringen.

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