Zeugnisse nach zwei Jahren überreicht

1000 Stunden investiert

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21 Kunststoff- und Kautschukmechaniker haben in Korbach ihren Meisterkurs hinter sich gebracht. Von der Ausbildung verabschiedet sich ebenfalls Alexander Schabowicz (6. v. l.), langjähriger Vorsitzender des Prüfungsausschusses.Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Die Kunststoff- und Kautschukbranche ist um 21 Meister reicher. Damit nicht genug: Wegen hoher Nachfrage aus nah und fern fanden in Korbach erstmals zwei Kurse parallel statt. Die zweite Gruppe erhält ihre Zeugnisse im Mai.

Fast zwei Jahre lang haben sie dreimal die Woche stundenlang die Schulbank gedrückt, gestern haben 21 Fachkräfte in Sachen Gummi und Plastik ihre Meister-Zeugnisse entgegengenommen. Alle Teilnehmer des Kurses sind nun Industriemeister Kunststoff/Kautschuk nach IHK-Verordnungen.

Der berufliche Ehrgeiz war bis kurz vor der Zeugnisübergabe ungebrochen: Vier Absolventen, die eine bessere Note nur knapp verfehlten, stellten sich Ergänzungsprüfungen, um ihr Ergebnis noch zu verbessern. Klassenbester ist Markus Bartel.Wegen der vielen Aspiranten gab es erstmals zwei Parallelkurse. Die zweite Gruppe erhält ihre Zeugnisse im Mai.

„Ihr könnt stolz sein. Es ist nicht einfach, zwei Jahre lang abends nochmal in die Schule zu gehen“, erklärte Alexander Schabowitz, langjähriger Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Von März 2013 bis Dezember 2014 investierten sie neben vier Schulstunden an Dienstag- und Mittwochabenden auch sechs am Samstag. Wer eine lange Anreise hatte, wie David Geller aus dem 145 Kilometer entfernten thüringischen Landkreis Eichsfeld opferte damit einen ganzen Tag. Markus Hartmann, neuer Vorsitzender des Prüfungsausschusses, sieht darin eine Bestätigung des weiträumig nur in Korbach angebotenen Meisterkurses.

Von Anfang an dabei war Alexander Schabowicz: 17 Jahre lang war er Lehrgangsleiter und Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Seine Ämter hat der Mitinitiator des Kurses nun niedergelegt: „Es ist schön, nicht mehr müssen zu müssen“, sagte er den Absolventen. Seine Freude über den Ruhestand solle die Absolventen indes nicht frustrieren, sie sollen weiter Spaß an der Arbeit haben.

Er gab ihnen noch einen Rat mit auf den Weg: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, nichts anderes.“ Die frischgebackenen Meister sollten sich also immer daran erinnern, dass ihre Mitarbeiter Personen mit Fehlern und Stärken sind - und sie selbst auch einst in ihrer Position waren.

Hintergrund: 21 neue Meister

Am Donnerstag haben 21 neue „Industriemeister der Fachrichtung Kunststoff/Kautschuk“ ihre Zeugnisse entgegengenommen. Am Kurs teilgenommen haben Markus Bartel, Lars Behlen, Mathias Denk, Felix Ellenberger, David Geller, Christian Görlitz, Marcus Hanning, Christian Heine, Maik Hubrich, Thorsten Jordan, Andreas Klamke, Thomas Kreh, Volker Kreis, Dirk Kriesten, Bernd Lamm, Vadim Mowtschun, Rüdiger Selch, Mario Spratte, Sven Stuhlmann, Waldemar Unruh und Alexander Zukov. Mehr als die Hälfte der neuen Meister arbeiten bei Continental, aber auch andere Firmen der Region wie HEWI und Hettich sind vertreten. Der am weitesten entfernte Betrieb ist die Firma Bock aus Duderstadt in Niedersachsen.

Von Wilhelm Figge

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