Teurer Abiball: Fetenausschuss der Alten Landesschule bleibt auf Defizit sitzen · Spendenaufruf gestartet

Mit 5000 Euro Schulden aus dem Abitur

Korbach - Nach einem nur mäßig besuchten Abiball stehen fünf ehemalige Schüler der Alten Landesschule in Korbach plötzlich mit 5000 Euro Schulden da – nur, weil sie bereit waren, die Verantwortung für das Fest zu tragen. Jetzt sammeln die Abiturienten Spenden.

Sie haben die 12er- und 13er-Feten organisiert, jahrgangsinterne Dinge geregelt und die Abiverabschiedung mitgeplant: Die fünf Mitglieder vom Fetenausschuss des diesjährigen Abijahrgangs zeigten sich rührig hinter den Kulissen, um die bestandene Reifeprüfung für alle 213 Abiturienten zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen.

Festlicher Höhepunkt sollte der Abiball in der Adorfer Dansenberghalle sein. „Natürlich musste für diese Veranstaltung auch jemand die Verantwortung übernehmen und die Verträge unterschreiben. Das war in diesem Fall ich“, schreibt Fetenausschuss-Mitglied Annika Zuleger in einem Spendenaufruf, der dem aktuellen „Klosterglöckchen“ beigelegt ist, der Zeitschrift des Ehemaligenvereins der Alten Landesschule. Für die junge Frau, die derzeit einen Freiwilligendienst in Afrika versieht, ein Schritt mit Folgen. Denn die Abiturienten kalkulierten mit 800 bis 900 Gästen und hatten deshalb nicht nur die Dansenberghalle in Adorf, sondern auch einen Zeltanbau angemietet. Tatsächlich kamen aber nur etwa 700 Abiturienten, Eltern und Lehrer – die Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten fielen entsprechend mager aus. Abzüglich Einsparungen blieb unterm Strich ein Defizit von 4000 Euro in der Jahrgangskasse. Schon die Abifeten, die traditionell veranstaltet werden, um Geld für die Finanzierung des Abiballs zu erwirtschaften, hatten nicht die erwarteten Einnahmen gebracht.

Zusätzlich finanzierte der Ausschuss den Sektempfang nach der Abiverabschiedung, der auf Grund des Doppeljahrgangs aus G8- und G9-Schülern 1600 Euro gekostet hat. „So wurden unsere Ausgaben immer höher und unsere Einnahmen blieben gering“, schreibt Annika Zuleger. Und: „Nun verlasse ich momentan mit etwa 5000 Euro Schulden die Schule, für die sich leider keiner verantwortlich fühlt und die ich als angehende Studentin unmöglich bezahlen kann.“

Mit einigen Vertragspartnern vereinbarten die ehemaligen ALS-Schüler bereits Zahlungsaufschub und Ratenzahlung. „Bezahlen können wir die Rechnungen dennoch nicht“, schreibt Zuleger. Die Abiturienten setzen nun auf Selbsthilfe: Unter anderem über das einwerben von Spenden hoffen sie, aus der Finanzmisere herauszukommen. Unterstützt werden sie dabei vom Vorstand des Ehemaligenvereins. Mehr als 1000 Euro gespendet Der Verein nimmt zweckgebundene Spenden mit dem Überweisungsvermerk „Abiball 2013“ entgegen. Etliche Ehemalige haben die Abiturienten bereits unterstützt: Der Spendenstand lag gestern Morgen bei 1350,13 Euro, so der stellvertretende Kassierer Dr. Marc Müllenhoff. Informationen zum Verein und den Bankverbindungen gibt es im Internet unter www.ehemalige-als.de.

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