Weniger Besucher als 2015 – Vorsitzende zieht trotzdem positives Fazit

7000 kommen zur Korbacher Freilichtbühne

+
Alices Reise in das Wunderland: Bei dem Familienstück freuten sich die Kinder vor allem über die bunten Kostüme und Szenen. Zu sehen sind Alice (Jana Pöttner) und der verrückte Hutmacher (Jeremy Kugler).

Korbach. Mit viel Engagement und Herzblut hat es die Freilichtbühne Korbach auch in diesem Sommer geschafft, ihr Publikum zu begeistern. Vor einigen Tagen ist die diesjährige Saison zu Ende gegangen. Die Besucherzahl aus dem zurückliegenden Jahr (etwa 13 000) wurde zwar nicht erreicht, dennoch zieht die Vorsitzende der Freilichtbühne, Sabine Lessing, im Gespräch mit unserer Zeitung ein positives Fazit.

„Insgesamt haben rund 7000 Besucher die beiden Stücke Alice’s Reise ins Wunderland und Pension Schöller gesehen“, berichtet die 53-Jährige. „Wenn wir zwischen 6500 und 8000 Besucher haben, ist das okay. Das vergangene Jahr muss man auch ein wenig ausklammern. Einerseits hatten wir 2015 Bombenwetter, andererseits mit Michel aus Lönneberga und Kohlhiesels Töchter zwei Stücke, die nun wirklich jeder kennt.“ 

In diesem Jahr habe man mit der Auswahl der Stücke „etwas gewagt“, um sich nicht in eine Schublade pressen zu lassen. „Das ist uns sehr wichtig bei der Freilichtbühne. Wir wollen für unsere Zuschauer nicht jedes Jahr Aufführungen aus ähnlichen Genres im Angebot haben“, sagt Lessing. 

Die Mischung sei entscheidend. „Das Risiko, dass weniger Besucher kommen, weil die Aufführungen nicht so bekannt sind, steigt dann natürlich etwas. Dennoch ist es wichtig, dass wir uns treu bleiben. In diesem Jahr hat uns leider auch das unbeständige Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Kritik ist wichtig Sabine Lessing betont, dass sich die Mitglieder der Freilichtbühne nach jeder Saison kritisch hinterfragen, um sich stetig zu verbessern. 

„Es gab mit Blick auf das Stück Schöllers Pension einige Besucher, die es etwas zu lang fanden“, berichtet die Vorsitzende. „Der erste Teil vor der Pause war mit zwei Stunden schon üppig. Nach der Pause dauerte das Stück dann nur noch eine Dreiviertelstunde“, sagt Lessing. „Es ließ sich anders aber nicht machen, weil die Umbauphasen sinnvoll gesetzt werden mussten.“ In der Gesamtschau sei das Stück aber gut angekommen. 

„Bei dem Familienstück Alice’s Reise ins Wunderland waren die Meinungen ebenfalls konträr. Klar, für kleine Kinder war es schwer, der Handlung zu folgen. Doch was wir immer wieder gehört haben, war, dass die Kinder gerade an den Kostümen und bunten Bildern einen heiden Spaß hatten“, berichtet Lessing. Für die Erwachsenen sei das Stück „nicht zu flach“ gewesen. „Es gab viel Wortwitz in der Aufführung, das kam an“, so die Vorsitzende, die sich an dieser Stelle bei allen Mitgliedern der Freilichtbühne, Schauspielern und Helfern für den Einsatz bedankt. 

Was die Freilichtbühne jedes Jahr an Geld aufbringen muss, um die Freilicht-Saion bestreiten zu können, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der WLZ am 27. August

Kommentare