Korbach

Abschied von einem Traumjob

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- Korbach (jk). Der Richterberuf war und ist für Wolfgang Damm (65) ein „Traumjob“. Der Chef des Korbacher Amtsgerichts geht an diesem Mittwoch in den Ruhestand.

Justitia lebt von Recht, aber auch von greifbaren Symbolen. Ehrwürdig steht es da, das Korbacher Amtsgericht. Der neobarocke Bau mit Turm, leicht verschnörkelter Fassade und großem Treppenhaus nötigt Respekt ab – Besuchern wie Delinquenten. 1928/29 hatte Preußen den Bau quasi als Geschenk gemacht: als sichtbare Gabe an die Behördenstadt Korbach für die Angliederung des damaligen Freistaats Waldeck. Die Entwürfe stammten vom Arolser Oberbaurat Georg Quehl. Ein Arolser setzt dieser Tage auch die jüngste Zäsur beim Korbacher Amtsgericht: Direktor Wolfgang Damm geht nach über zwölf Jahren als Chef in Pension.Wer den drahtigen Bad Arolser sieht, der kann es kaum glauben, dass Damm das Rentenalter schon erreicht hat. Doch am 16. November feierte er seinen 65. Geburtstag, und die Gesetze wollen es, dass ein Richter zum Ablauf desselben Monats in Pension geht.

So „möchte ich es für alle Zukunft nicht ausschließen“, vielleicht noch mal als Rechtsanwalt tätig zu werden, sagt Damm. Aber das steht noch in den Sternen. Die Richterrobe jedenfalls streifte er am Dienstag fürs Abschiedsfoto zum letzten Mal über, so wie tausende Male zuvor: schwarzes Jacket, weißes Hemd, weiße Krawatte. Nun, Justitita lebt eben auch von Symbolen. Rund 10 000 Urteile, dazu rund 6000 Entscheidungen in Betreuungsfällen hat Damm im Laufe seines Richterlebens formuliert: seit 1999 im Amtsgericht Korbach, davor 22 Jahre im Amtsgericht Wolfhagen, das Wolfgang Damm zehn Jahre als Direktor leitete.

Der Apfel fiel dabei nicht weit vom Stamm. Damms Vater war ebenfalls Richter und von 1969 bis 1979 Direktor des Amtsgerichts in Korbach. Als Wolfgang Damm 13 war, zog die Familie nach Bad Arolsen, er baute dort sein Abitur und studierte in Marburg Jura. Damms jüngerer Bruder ist ebenfalls Jurist und arbeitet als Anwalt in Arolsen. In die Fußstapfen seines Vaters zu treten, das hat Wolfgang Damm nie bereut. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Richterberuf ein Traumjob ist“, betont Damm aus Überzeugung. Verantwortungsbewusstsein und Freiheit seien so dicht gepaart wie in keinem anderen Berufsfeld.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 30. November

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