Kabarettist Globo lässt Korbacher Hospiztage in Aula der ALS humorvoll ausklingen

Absurder Umgang mit Worten des Todes

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Korbach - Darf man ein todernstes Thema mit Humor angehen? Der Kabarettist Alfred Gerhards alias Globo machte zum Abschluss der 6. Korbacher Hospiztage vor, wie es funktioniert.

Mit dem humorvollen Abend in der Aula der Alten Landesschule klang die Veranstaltungsreihe des ökumenischen ambulanten Hospizes Korbach auf heiter-nachdenkliche Weise aus. Mit insgesamt rund 180 Gästen seien die vier Gesprächsabende gut besucht gewesen. Doch "es hätten ruhig noch ein paar mehr sein können" resümierte Dr. Irmgard Brachmann als Vorsitzende des Hospizvereins.

Mehr Besucher hätte durchaus auch das Programm "Das Lächeln am Fuße der Bahre" von Humorist Globo verdient gehabt. Dieser mache "Appetit auf ein eigentlich schwer verdauliches Thema", hatte Pfarrer Johannes Helmer von der Freien evangelischen Gemeinde angekündigt. Dass unter den etwa 35 Anwesenden "auffallend viele Damen" waren, stellte Globo gleich zu Beginn fest. "Das hat wohl damit zu tun, dass die Männer viel größere Schisshasen sind. Das ist so meine Erfahrung", merkte der Kabarettist an und hatte damit gleich die Lacher auf seiner Seite.

Auch im weiteren Verlauf des Abends wurde immer wieder gelacht, geschmunzelt und geklatscht, wenn auch eher auf verhaltene Art und Weise. Schenkelklopfer oder grobe Geschmacklosigkeiten gehören nicht zum Repertoire des Humoristen, der sich selbst mit viel Fingerspitzengefühl an das "Tabuthema Tod und Vergänglichkeit" herantastete.

"Ich kann Ihnen ja erzählen, welche Witze ich Ihnen erzählt hätte, wenn ich mich getraut hätte", kündigte Globo Kommendes an. Neben diesen (wenigen) Witzen setzte sich sein Programm hauptsächlich aus nachdenklichen Geschichten und humorvollen Betrachtungen zusammen, darunter auch der absurde Umgang mit dem Vokabular des Todes. Die Erfindungsgabe der Menschheit, so strich der Kabarettist heraus, kenne offenbar kaum Grenzen, wenn es darum gehe, den Tod mehr oder weniger elegant zu umschreiben.

Ob in Todesanzeigen oder im Alltagsgebrauch, wenn Menschen "den Löffel abgeben", "das Zeitliche segnen" oder "vor ihren Schöpfer treten": "Am Ende muss auch der Atheist dran glauben". Die Angst vor dem Tod mache eben erfinderisch. Für Heiterkeit sorgten auch die fiktiven Werbeslogans für Bestattungsunternehmen - "Wir sorgen für einen starken Abgang" -, die Globo aus dem Ärmel schüttelte.

Für den Aachener, der dreißig Jahre als Clown und Komiker unterwegs war, sei der Besuch bei einer Sterbenden wegweisend gewesen. Ihr Wunsch: Es soll heiter zugehen! Das sei auch sein Ansinnen, machte Alfred Gerhards alias Globo deutlich.

Er wolle sich nicht über Gefühle lustig machen. Im Gegenteil: Gefühle zuzulassen, sowohl die heiteren als auch die ernsten, sei sein Ziel. "Die gehören zusammen. Wo sie sind, da ist auch weiterhin Lebensfreude." Die ganzseitige Anzeige "Lieber Gott, viel Spaß" nach Loriots Tod sei für ihn ein schönes Beispiel hierfür gewesen. (sim)

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