Diemelsee

Abwässer und Düngemittel verursachen Blaualgen-Blüte am Diemelsee

- Diemelsee (nv). Blaualgen trübten im Sommer 2007 und 2008 das Badevergnügen am Diemelsee. Im August 2007 verhängte die Gemeinde ein Badeverbot, um die Gesundheit der Gäste nicht zu gefährden. Zur Verbesserung der Badewasserqualität untersuchen Experten der Universität Kassel seit Monaten die Talsperre. Einen ersten Bericht zu den Ursachen der Blaualgen-Blüte samt Vorschlägen zur Sanierung des Sees legte Dr. Jeanette Völker den Gemeindevertretern am Freitag in Adorf vor.

„Blaualgen sondern toxische Substanzen ab und sind vor allem für Kinder und Hautallergiker gesundheitsgefährdend“, betont Völker zu Beginn. Übelkeit und Hautreizungen können auftreten. Die Verbesserung der Bedingungen für Badegäste – in der touristisch geprägten Region von ökonomischem Wert – ist jedoch nur ein Ziel der Spezialisten. Auch ökologisch muss es bis 2015 stimmen, fordern die Wasserrahmenrichtlinien. Um die vorgegebenen Werte zu erreichen, „besteht dringender Handlungsbedarf“ – denn der See ist „hoch eutroph“, das heißt die Nährstoffkonzentration ist zu hoch. Völkers Team nimmt daher regelmäßig an fünf Stellen des Sees Wasserproben. Ergebnis: Vor allem die Phosphor-Konzentration beträgt laut Völker ein Mehrfaches des natürlichen Wertes. Den hohen Phosphorgehalt führen die Wissenschaftler auf folgende Quellen zurück: sechs Kläranlagen leiten in den Diemelsee ein. Zudem gibt es verschiedene „diffuse Quellen“. Dazu zählt vor allem der Düngereintrag aus der Landwirtschaft. Auch der See selbst setzt Phosphor aus seinem Sediment frei. Zur Sanierung der Diemeltalsperre müssen alle Phosphatquellen reduziert werden. Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 29. Juni 2009.

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