Dienstleistungen für Städte und Gemeinden · Remondis möglicher Partner

Abwasser als neues Geschäftsfeld für EWF

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Unter dem Dach von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) könnte es künftig auch eine neue Sparte für Abwasserentsorgung geben.

Korbach - Energieversorger EWF will als Dienstleister auch im Abwasser-Sektor Fuß fassen. EWF hat vor allem Planung und Service für die kleineren Städte und Gemeinden im Auge.

Strom, Gas, Wasser – Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) versorgt Zehntausende Haushalte im Landkreis und darüber hinaus. So ist EWF beispielsweise auch in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) aktiv.

Weitere Sparten beim heimischen Versorger sind öffentlicher Nahverkehr sowie Hallen- und Freibäder. Landkreis und Gemeinden als EWF-Anteilseigner nutzen dies etwa als Steuersparmodell für defizitäre öffentliche Betriebe.

Drittes Standbein ist die EWF-Tochterfirma VEW, die sich dem Ausbau regenerativer Energiequellen verschrieben hat. Künftig könnte der heimische Versorger überdies als Entsorger auf den Plan treten: EWF hat Interesse am Aufbau einer Sparte für Abwasser, bestätigt Geschäftsführer Stefan Schaller auf WLZ-FZ-Nachfrage. „Wir starten derzeit einen Versuch und werden sehen, wie die Zusammenarbeit klappt“ , gibt sich Schaller zurückhaltend.

Tatsächlich aber hat EWF ein konkretes erstes Projekt im Auge: Es geht um die Diemelstädter Kläranlage im Kallental, die Abwasser aus Helmighausen und Hesperinghausen reinigt – aber nicht ausreichend. Dem bisherigen Plan, das Abwasser für Baukosten von 1,1 Millionen Euro künftig über eine Leitung ins Klärwerk nach Marsberg zu lenken, stellt EWF derzeit eine Alternative gegenüber. Eine „Aufrüstung“ der Kläranlage sei mit rund 750?000 Euro deutlich günstiger. Zudem bietet EWF an, die Anlage personell für 20 Jahre zu betreuen und die Einhaltung der Grenzwerte bei der Abwasserreinigung zu garantieren.

Eigene Ingenieure und Planer für die Abwassersparte hat EWF derzeit nicht an Bord. Das Unternehmen möchte deshalb beim Abwasser weiter mit heimischen Planungsbüros zusammenarbeiten – und könnte sich überdies mit einem großen Partner verbünden. Im Gespräch ist offenbar die Remondis-Gruppe mit Sitz in Lünen. Der deutsche Konzern mit weltweit über 30.000 Beschäftigten gehört zu den führenden Entsorgungsunternehmen. Möglich wäre künftig die Gründung einer gemeinsamen Tochterfirma, an der EWF die Mehrheit und das Sagen hat. „Das wäre unabdingbare Voraussetzung“, unterstreicht Schaller.

Derzeit ist Energie Waldeck-Frankenberg dabei, den Bedarf bei Städten und Gemeinden im Landkreis auszuloten. Denn der Betrieb von Kläranlagen, Planung, Technik, Kontrolle, Bereitschaftsdienst – das alles ist vor allem für kleinere Gemeinden eine wachsende finanzielle Herausforderung. Als überörtlicher Dienstleister könnte EWF Aufgaben in verschiedenen Gemeinden übernehmen und effizienter lösen.

So weit zur Strategie. Ob sie fruchtet, hängt vom Bedarf in den Gemeinden ab, außerdem von den Entscheidungen im Aufsichtsrat bei EWF. Ende Juni ist dort die nächste Sitzung, bei der es wohl auch um eine neue Abwassersparte bei Energie Waldeck-Frankenberg gehen wird. (jk)

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