„Grube Christiane“: Neuer (Internet-)Auftritt zur Saisoneröffnung am 1. April

In Adorfs Unterwelt weht frischer Wind

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Diemelsee - Adorf - Rötlich-braun schimmert das Erz in der Adorfer „Grube Christiane“. Das Besucherzentrum glänzt seit gestern mit einem neuen Werbekonzept, das farblich mit dem Gestein in der Unterwelt harmoniert.

„Glück auf“: Mit dem traditionellen Bergmannsgruß heißen die Diemelseer ihre Gäste auf der überarbeiteten Internetseite www.grube-christiane.de willkommen. So wie die Bergleute mit ihrem Gruß die Hoffnung verbinden, dass sich vor ihnen lohnbringende Erzgänge auftun, hoffen die Diemelseer, mit der neuen Seite zusätzliche Besucher für sich zu gewinnen. „Die Besucherzahlen stagnieren in den letzten Jahren, und wir würden uns freuen, wenn der neue Internetauftritt uns den einen oder anderen Gast mehr bringt“, berichtet Knappenvereinsvorsitzender Erhard Rettig. Seine Mannen zeichnen für die Instandhaltung des kommunalen Besucherbergwerks verantwortlich und fahren mit den Gästen bei 90-minütigen Führungen in den Berg ein. Wiedererkennbar werden „Wir sind dabei, unseren Außenauftritt umzustrukturieren“, erklärt Bürgermeister Volker Becker.

Damit die „Ferienregion Diemelsee“ überall wiedererkannt wird, gaben Gemeinde und Touristikgemeinschaft seit 2010 bereits der Internetseite www.diemelsee.de, dem Gastgeberverzeichnis und der Hinweistafel an der Tourist-Information in Heringhausen ein neues frisches Gesicht (wir berichteten). Um alle Aktivitäten zu bündeln, „integrieren wir nun auch die bisher eigenständige Homepage der Grube in den Gemeinde-Auftritt“, erläutert Becker. Wer die Adresse der Grube eingibt, wird laut Norbert Lange automatisch weitergeleitet. Der Vertreter der Touristikgemeinschaft stellte die soeben freigeschaltete Seite gestern in der Gemeindeverwaltung in Adorf vor. Sie bietet nach Angaben des Heringhäusers „keinen Ersatz für eine Führung“, aber hält alle wichtigen Informationen bereit.

Diese gliedern sich in folgende sechs Rubriken: Geschichte des über 800 Jahre alten Adorfer Bergbaus. Martenbergklippe: Sie ist ein geologisches Naturdenkmal und in den Geopark „Grenzwelten“ integriert. Besucherbergwerk: Auskünfte zu Preisen, Voranmeldungen, Bergwerksmuseum etc. Knappenverein: Geschichte, Vorstand etc. Anreise: Routenplaner, Informationen zu Bus- und Bahnverbindungen etc. Service: Kontakt, Informationen zu Unterkünften und Gastronomie etc.

„Wir bieten kurze Texte und stellen Interessierten weitere Informationen über PDF-Dokumente bereit“, berichtet Lange. Damit die Seite ständig neue Reize bietet, setzen die Diemelseer auf wechselnde Bilder. „Wenn jemand Bilder und Texte zum Bergbau hat, würden wir uns freuen, wenn wir sie ebenfalls veröffentlichen können“, ruft Lange zur Mitgestaltung auf. In puncto Gestaltung verweist er überdies auf die Farbauswahl: Während alle modernen Werbematerialien der Ferienregion in Blau (wie der See) und Grün (wie Wälder und Wiesen) daherkommen, setzen Knappen, Gemeinde und Touristiker beim neuen Auftritt der Grube auf das bewährte Grün und ein an das Erzgestein angelehntes Rot-Braun. Besucherführer gesucht Dieser Naturton bestimmt zugleich das neue Logo des Besucherbergwerks, das Rettig, Becker und Lange gemeinsam entwickelt haben (WLZ, 6. März).

Es ziert bereits das frisch gedruckte Faltblatt der Grube, die Eintrittskarten und ein Schild, das in Kürze am Eingang zum Besucherstollen angebracht wird. Lange: „Das gesamte Werbematerial kommt nun harmonisch daher und ist zugleich an den Auftritt des Geoparks samt des Adorfer Geofoyers angelehnt.“ „Wir hoffen auf eine tolle Zukunft für die Grube“, betont Lange. Kurzfristig steht die Saisoneröffnung am 1. April um 10 Uhr im Fokus, langfristig die Modernisierung des Besucherbergwerks. Im Diemelseer Haushalt 2012 sind dafür 250?000 Euro inklusive 150?000 Euro Fördermittel aus dem Leader-Programm veranschlagt.

Darüber hinaus stehen 12?500 Euro für neue Schutzkleidung bereit. Die zehn Besucherführer, zu denen noch einige ehemalige Bergleute zählen, sollen beispielsweise schmucke „Steiger-Anzüge“ bekommen. „Wenn jemand Interesse hat, Gruppen durch den Stollen zu führen, bilden wir ihn gern aus“, hebt Becker hervor – denn wie andere Vereine suchen auch die Knappen Nachwuchs. An Ideen, ihre Grube zu vermarkten, fehlt es den Diemelseern hingegen nicht: „Wir stellen für Besuchergruppen komplette Programme zusammen“, erläutert der Bürgermeister. Ob Kindergeburtstage unter Tage oder Führungen, die mit Touren an den Diemelsee und ins Kloster Flechtdorf verbunden sind, – in der Ferienregion Diemelsee wollen Knappen, Gemeinde und Touristiker gemeinsam alles möglich machen. Tauchgänge fraglich Selbst die Idee, in der „Grube Christiane“ ebenso Tauchgänge zu ermöglichen wie in der Willinger „Grube Christine“ hat Rettig noch nicht über Bord geworfen.

Eine Prüfung vor mehreren Jahren hatte zwar gezeigt, dass es zu aufwendig wäre, einen Einstieg für die Taucher zu schaffen. „Inzwischen haben wir aber etwas weiter gegraben“, erklärt der Knappenchef. Erspart geblieben ist das Graben den Knappen in der Winterpause. Gesteinseinbrüche durch Frost oder eindringendes Wasser und größere Reparaturen blieben aus. „Die Bergleute unseres Vereins haben in der Vergangenheit ordentlich und vorausschauend gearbeitet“, bedankt sich Rettig und blickt zuversichtlich voraus: „Wichtig ist, dass wir die Rückendeckung der Gemeinde haben“ – in diesem Sinne: Glück auf. (nv)

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