Diemelsee / Brilon

Änderung der Landesgrenze: Ministerpräsident fliegt in Bontkirchen ein

- Diemelsee / Brilon (nv). Es ist zusammen gewachsen, was zusammen gehört: In der Nacht zum Sonntag verschob sich die Landesgrenze bei Bontkirchen und einte das Dorf. 22 Hessen wurden Westfalen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte die Neubürger am Samstag bei einem großen Fest begrüßt.

„Hier ist ja mehr los als beim Schützenfest – und das soll schon etwas heißen“, staunt ein Gast über den Trubel rund um die Bontkirchener Schützenhalle. „So viel Medienrummel habe ich das letzte Mal beim Besuch der Kanzlerin erlebt“, lächelt ein Journalist mit Blick auf unzählige Kamerateams und Fotografen, die sich vor allem um Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers scharen. Dass der Landesvater per Helikopter eingeflogen wird, um sie persönlich mit einem Festzug durch das Dorf zu begrüßen, damit hätten die Neubürger in ihren kühnsten Träumen wohl nicht gerechnet.

„Man muss sich das einmal vorstellen, da werden Staatsverträge geschlossen und Gesetze gemacht, damit ein kleines Stück Land von einem Bundesland zum anderen kommen kann“, verwies Rüttgers auf das langwierige Verfahren zwischen Kommunen, Kreisen und Ländern (wir berichteten). Wenn der Grund für Staatsverträge und Gesetze jedoch wie hier das Wohl der Bürger sei, dann habe sich alle Mühe gelohnt. Sein Dank gelte allen, die immer an die Grenzänderung geglaubt hätten. Als Willkommensgeschenk überreichte Rütters eine Landesflagge sowie eine Collage aus den Bildern der 22 Neubürger. Sie zeige unter dem NRW-Wahlspruch „Wir in Nordhein-Westfalen“ die „derzeit berühmtesten Westfalen“.

Viele Jahrzehnte lang hatten die Anlieger der „Willinger Straße“ für die Anpassung der Grenze gekämpft. Sie fühlten sich als Bontkirchener, formal waren sie aber Stormbrucher – und dieser kleine, aber feine Unterschied machte ihnen vor allem bei Behördengängen das Leben schwer. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Staatsvertrag in der Nacht zum Sonntag hat dies nun ein Ende.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 2. November 2009.

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