Vöhl

„Alle Beteiligten stehen zum Projekt“

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- Vöhl-Ederbringhausen (resa). Mit positiven Signalen endete am Donnerstag eine Krisenrunde auf Burg Hessenstein: Weil die Betriebskosten höher kletterten, als erwartet, hatten sich Naturschutzbund, Kreishandwerkerschaft, Kreis und Land an einen Tisch gesetzt.

Manch einer könnte sich an alte Zeiten erinnert gefühlt haben, als Krisengespräche um Burg Hessenstein noch auf der Tagesordnung gestanden hatten. „Aber die Existenz der Jugendburg steht nicht auf dem Spiel“, betonten Hartmut Mai vom Naturschutzbund und Gerhard Brühl von der Kreishandwerkerschaft nach dem Gespräch auf der Burg, „alle Beteiligten stehen zu dem Projekt“. Gemeinsam mit dem Landkreis gingen sie 2008 eine Trägergemeinschaft ein, um Burg Hessenstein nach dem Ausscheiden des Deutschen Jugendherbergswerk als Herberge und Bildungseinrichtunge zu erhalten.

Aber mal wieder hatten die Kosten des alten Gebäudes Anlass gegeben, um über die Zukunft zu sprechen. „Die hohen Aufwendungen können wir so nicht dauerhaft tragen“, erklärte Mai. Dabei gehe es vor allem um die hohen Heiz- und Wasserkosten, die Kläranlage und den Zufahrtsweg. So werden Lebensmittel in der Jugendburg mit vielen Kühlschränken kalt gehalten, statt mit einem Kühlraum. „Das kostet im Jahr viel zu viel Energie“, sagte Mai. Außerdem würden Brandschutz und Funkanlage mehr Geld kosten, als ursprünglich gedacht. „Hinzu kommt der teure Winterdienst auf der Zufahrt“, so Brühl, „und bald steht eine Erneuerung der Straße in Aussicht“. Drei große Baustellen also, die mehr Geld verschlingen, als das Budget der Trägergemeinschaft hergibt. „Durch die besondere Lage stellt uns die Burg vor besondere Herausforderungen“, erklärte Gerhard Brühl, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Gemeinsam mit Vertretern des Hessischen Immobilienmanagements als Eigentümer, mit Hessenforst und Vertretern des Finanzministeriums setzen sich Gerhard Brühl, Hartmut Mai und Landrat Dr. Reinhard Kubat deswegen an einen Tisch. Ziel sei es gewesen, dass alle Beteiligten ihre Möglichkeiten überprüften, um die Situation zu entspannen.

Wieviel Geld es insgesamt einzusparen gelte, wollten die Beteiligten nicht benennen. Aber jeder hätte „Hausaufgaben“ bekommen. „Die Institutionen haben ihr Budget zu verantworten“, erklärte Brühl, „deswegen konnte keiner mit einem Portmonee voller Geld kommen“. Stattdessen hat Vöhls Bürgermeister Plünnecke die Übernahme des Winterdienstes auf der Zufahrt in Aussicht gestellt und in Sachen Brandschutz hofft das Trägerbündnis auf einen Betriebszuschuss. Eines ist für alle Beteiligten klar: „Wir wollen die Kosten auf keinen Fall auf die Besucher umlegen“, betonten Mai und Brühl. Schließlich solle die Jugendburg Hessenstein ein Niedrigpreisangebot bleiben.

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