Korbacher Gymnasium unterstützt die Kinderkrebshilfe und indisches Internat Prem Sewa Shikshan Sangh

ALS: Rund 10000 Euro für guten Zweck

Korbach - Insgesamt 10152,43 Euro haben Schüler und Eltern der Alten Landesschule gesammelt und an die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg und das Internat Prem Sewa Shik­shan Sangh in Indien gespendet.

6797,09 Euro kamen beim Weihnachtsbasar 2012 zusammen, die Lehrerhitparade der Abiturienten am gleichen Tag brachte 2500 Euro Spenden ein. Dazu gesellen sich noch 130,03 Euro, die die Schülervertretung beim Elternsprechtag als freiwillige Spenden für Kaffee und Kuchen gesammelt hat, sowie 234,58 Euro aus den Spenden vom Adventskonzert und 490,73 Euro aus dem Erlös des Schulfestes. Das sei ein Ergebnis, auf das die Schulgemeinde stolz sein könne, betonte Direktor Robert Gassner. Und auch Vertreter der Organisationen sprachen ihr Lob aus. Mit 5076,21 Euro hätten sie nicht gerechnet, erklärten Sandra Pawelczyk von der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg und der ALS-Abiturient Henning Seifahrt, der einen Freiwilligendienst in Indien absolviert hat. Für die Kinderkrebshilfe ist das Geld eine wichtige Unterstützung, um zum Beispiel den kleinen Patienten im Krankenhaus die Möglichkeit zu geben, durch ein iPad am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen, sodass sie am Ende keine Klasse wiederholen müssen.?Und auch Henning Seifahrt zeigte sich begeistert. Der 20-Jährige kam kurz nach seiner Rückkehr aus Indien an die Alte Landesschule, um von seinen Erfahrungen im Freiwilligendienst zu berichten, wo schon ein Euro am Tag ausreichend ist, um ein Kind pro Tag zu versorgen. Seifahrt war im Internat in Nagpur, das von dem Kanadier Frank Jülich gegründet wurde. Es beherbergt 600 Jungen und hat insgesamt 800 Schüler. Die jüngeren schlafen in großen Sälen auf Matten auf dem Boden, die älteren in Stockbetten. Jedes Kind hat seine eigene Kiste für private Dinge. „Das ist ihr ganzer Stolz und die Privatsphäre erkennen die Jungs auch an“, erzählte Henning. Vertrauen der Kinder Da es nur 30 Angestellte gibt, müssen die Kinder natürlich auch mit aufräumen, kochen, spülen und Essen ausgeben. So werden Kosten gespart, was im Endeffekt mehr Kindern zugutekommt. Die Aufgabe von Henning war es, den Kindern Computer- und Englischunterricht zu geben. Aber in erster Linie hat der Deutsche es sich zur Aufgabe gemacht, als Ansprechpartner und Vertrauensperson für die Kinder da zu sein. Die Akzeptanz, die ihm die Jungen entgegengebracht haben, war für ihn die größte Bestätigung. Und auch seine Freizeit hat er größtenteils mit den Kindern verbracht. Er brachte ihnen das Basketballspielen bei und hat seinen Ball am Ende des Freiwilligendienstes auch in Nagpur gelassen. Im Gegenzug weihten ihn die Kinder in ihre Spiele ein. „Sie haben eine unglaubliche Gabe, kreative Freizeitaktivitäten zu erfinden. Ein paar alte Blätter, Stöcke, Kaugummi und eine Schnur und fertig ist der Drachen“, berichtete er. Die Zeit in Indien, das noch immer mit großen Problemen wie Alkoholismus, Armut, dem Kastensystem, schlechtem Zugang zu Bildung und Drogenkonsum zu kämpfen hat, hat auf der anderen Seite auch gezeigt, wie viel Lebensfreude und Genuss an einfachen Dingen das Leben schön machen können. „Wenn man mal im Ausland ist: immer früh aufstehen. Das kann ich nur empfehlen“, riet Henning Seifahrt und erzählte von morgendlichen Spaziergängen durch die Umgebung. Gerade dann lerne man ein Land in all seinen Facetten am besten kennen. Genau deshalb freut sich der 20-Jährige auch so sehr über die Spende. Mit dem von der ALS gespendeten Geld soll ein nachhaltiges Projekt unterstützt werden wie der Ausbau der Wasserleitungen oder des Stromnetzwerks an der Schule in Indien. Denn auch für die Schüler ist es schön zu wissen, wo konkret das Geld hinfließt. Aber Henning Seifahrt hatte auch noch ein paar andere Tipps parat, wie ein jeder hier vor Ort Gutes für Menschen in armen Ländern tun kann. Durch bewusstes Nutzen der Ressourcen, bewusstes Einkaufen mit dem Blick auf Herkunftsland und Preis könne ein jeder schon seinen Beitrag leisten. Von Nicole Schäfer

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