Korbach

ALS-Schüler Potthof im Erfinderlabor

- Korbach (lb).Forschen im „Erfinderlabor“: ALS-Schüler Felix Potthoff hat bei einer Projektwoche für Hochbegabte zum Thema „Biotechnologie“ in Darmstadt Füllfederhalter gegen Reagenzglas getauscht.

Biotechnologie studieren? „Das hatte ich bislang eigentlich komplett ausgeschlossen“, gibt Felix Potthoff freimütig zu. Ausgerechnet: Der 18-jährige Korbacher ist einer von16 jungen Forschern aus ganz Hessen, die nach strengen Leistungskriterien unter knapp 140 Bewerbern aus 57 Schulen für das „Erfinderlabor“ ausgewählt wurden. Das Thema der wissenschaftlichen Projektwoche: „Biotechnologie“.

Vorgeschlagen hat ihn das Korbacher Gymnasium wegen seiner weit überdurchschnittlichen Schulleistungen. Als Leistungskurse belegt Potthoff Mathematik und Biologie. Das vom Zentrum für Chemie (ZFC) zum neunten Mal organisierte Erfinderlabor für hochbegabte Schüler gab ihm in der vergangenen Woche die Möglichkeit, tiefer in ein Thema einzusteigen, das im Schulunterricht so gut wie gar nicht behandelt wird.

Dabei gilt der Forschungsbereich Biotechnologie als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Eingesetzt wird sie unter anderem in der Entwicklung neuer Therapien und Arzneimittel, zum Abbau ökologisch gefährlicher Stoffe und in der industriellen Rohstoffproduktion. Zu Beginn des Erfinderlabors erhielten die Teilnehmer Einblicke in das Unternehmen Merck an seinem Stammsitz in Darmstadt. Bei Vorträgen und einer Werksführung informierten sich die Jungforscher über die Unternehmensbereiche Pharma und Chemie sowie über angewandte biotechnologische Verfahren.

Danach folgte das Herzstück des Erfinderlabors: Drei Tage experimentieren in vier Teams und die kreative Entwicklung von Forschungsideen in den Laborräumen des Fachbereichs Biologie an der Technischen Universität Darmstadt. Felix Potthoff beschäftigte sich mit „Synthetischer Biologie“. Dabei werden biologische Materialien oder auch ganze Organismen für technische, biotechnologische oder medizinische Anwendungen verändert. Bakterien werden etwa auf einen besseren Abbau klimaschädlicher Gase trainiert oder Pflanzen für die Herstellung von Biopharmazeutika wie Impfstoffe gegen Malaria herangezogen.

„Wir haben beispielsweise Lebensmittel daraufhin untersucht, ob sie genmanipulierten Mais enthalten, oder mittels veränderter Bakterien Pflanzen zum Leuchten gebracht“, sagt der ALS-Schüler. Flankiert wurde die intensive Laborarbeit von einem Besuch beim Biotechnologie-Unternehmen Brain in Zwingenberg. Zum Abschluss des Erfinderlabors mussten die Schüler eine Präsentation erarbeiten.

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