Wanderausstellung über die Teilung der Grafschaft Düdinghausen

„Alte Grenzen, die uns verbinden“

Korbach - Grenzüberschreitend in doppelten Sinne ist die Ausstellung über die Teilung der Freigrafschaft Düdinghausen, die am Donnerstagim Bonhage-Museum eröffnet wird: Sie verbindet Geschichte mit Gegenwart und wirkt über territoriale Grenzen hinweg.

Rund anderthalb Jahre hat die Arbeitsgemeinschaft „Freigrafschaftsjahr 2013“ unter Federführung von Horst Frese die Ausstellung erarbeitet und mit Hilfe der Kirchen, Geschichtsvereine, Städte Korbach und Medebach, des Sauerland-Museums, des Bonhage-Museums und der Sparkassen, aber auch der ehemaligen Freigrafschafts-Dörfer eine Wanderausstellung erstellt, die längst Vergangenes lebendig in die Gegenwart holt. Deifeld/Wissinghausen, Referinghausen, Titmaringhausen, Düdinghausen und Oberschledorn auf heute westfälischer Seite rund um Medebach sowie Eppe, Hillershausen und Nieder-Schleidern auf nun waldeckischer Seite hatten infolge sächsischer Besiedelung um 800 n. Chr. in der Freigrafschaft Düdinghausen über einige Jahrhunderte zusammengelebt. Doch ab 1539 stritten die Grafen zu Waldeck sich mit den Edelherren von Büren und dem Fürstbischof von Köln über 100 Jahre lang um die Gebietsherrschaft. Der lange Streit wurde 1663 in einem Nachtrag zum Westfälischen Frieden durch die Teilung der Freigrafschaft beendet. Die Orte wurden auf nun zwei Bundesländer aufgeteilt. Alle acht Dörfer der ehemaligen Freigrafschaft beschlossen, zum 350. Gedenkjahr ihrer Teilung in vielen Veranstaltungen und einer Wanderausstellung die gemeinsame Geschichte wieder lebendig werden zu lassen – und das erstmals in der Geschichte. Die Wanderausstellung zur wechselvollen Vergangenheit der Freigrafschaft Düdinghausen besteht aus chronologisch angeordneten, reich bebilderten Geschichtstafeln, die nicht nur Fakten, sondern auch immer wieder nette oder kuriose Geschichten zum Schmunzeln bieten und aktuelle Bezüge zur Gegenwart herstellen. Außerdem hat jedes Dorf seine eigene Historie auf weiteren Tafeln einsehbar gemacht. Und es sind eine Reihe eindrucksvoller Exponate zu sehen, darunter ein Modell des Schlosses Eisenberg als damaligem Herrschersitz, in mühevoller Arbeit von Richard Szerer gebaut, oder eine Vitrine mit in der Freigrafschaft gewonnen Bodenschätzen sowie eine Sprechkommode. Als wertvolle Besonderheit ist im Korbacher Museum sogar der Originalvertrag von 1663 aus der Waldeckischen Regierungsbibliothek zu sehen. Die intensive Beschäftigung mit der Geschichte der Freigrafschaft hat die Menschen in den Dörfern näher zusammenwachsen lassen, erklären Horst Frese, der Koordinator der AG Freigrafschaftsjahr 2013, und Stadtmarketingexperte Dr. Marc Müllenhoff. Auch die Geschichtsvereine würden viel mehr über die Grenzen hinweg arbeiten, unterstreicht Dr. Klaus Wendt, Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins.Die Ausstellung ist bis zum 18. Juli im Bonhage-Museum zu sehen.Von Marianne Dämmer

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