Statt Blumenzwiebeln historischer Pfennig und Mariengroschen

Alte Münzen im Garten entdeckt

Korbach - Eigentlich wollte Brigitte Eger nur ihren Garten 
umgraben. Dabei hat sie zwei Hunderte Jahre alte Münzen gefunden. Doch viel Wert ist der kleine Schatz leider nicht.

Sie sind nicht mehr ganz rund, dunkel angelaufen und etwas abgenutzt. Brigitte 
Eger hält die beiden Münzen 
in der Hand. Die größere von beiden misst gerade mal so viel wie ein Daumennagel. Ganz dicht beieinander, wenige Zentimeter tief in der Erde hat die Korbacherin die Silberlinge in ihrem Garten entdeckt. „Ich wollte eigentlich Blumen pflanzen“, sagt Brigitte Eger. Angestachelt durch den überraschenden Fund griff sie wieder zur Schaufel. Vielleicht schlummerte ja ein ganzer Münzschatz im Boden. „Ich habe weiter 
gebuddelt, aber nichts gefunden“, lacht sie. Es blieb also bei den beiden Münzen. Doch wie alt sind sie, und was sind sie wert? Brigitte Eger suchte über das soziale Netzwerk Facebook im Internet Rat. Dort bekam sie den Tipp, bei den Wal-decker Münzfreunden nachzufragen, einem Verein, in dem sich Münzsammler und Freunde heimatkundlicher Geschichte zusammengetan haben. Und tatsächlich, dort bekommt die Korbacherin Hilfe: 
Anhand der Fotos, die Eger ihm per E-Mail zuschickte, identifizierte der Bad Arolser Münzsammler Wolfgang Mergel die Fundstücke: Bei der größeren Münze handelt es sich offenbar um einen Mariengroschen aus dem Bistum Osnabrück. Er zeigt auf der Vorderseite das Monogramm von Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg (Regierungszeit 1662 bis 1698) mit seinem Wahlspruch „SOLA BONA QUAE HONESTA“, lateinisch für „Gut ist nur, was ehrbar ist“. Geprägt wurde er 1666 in der Münzstätte Melle. Die kleinere ist wohl rund 400 Jahre älter – ein Pfennig der Grafschaft Holland aus der Regierungszeit von Graf Jan I. (1296 bis 1299). Reichtümer hat Brigitte Eger damit nicht ausgegraben, beide Münzen seien nicht selten, schreibt der Hobby-Numismatiker. Den Mariengroschen taxiert Mergel auf rund 40 Euro, den holländischen Pfennig auf maximal 25 Euro. Wie die beiden Münzen in Brigitte Egers Garten gekommen sind, wird aber wohl für 
 immer ein Geheimnis bleiben.Weitere Informationen zu den Waldecker Münzfreunden gibt es unter www.waldecker-muenzfreun.de

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