750 Jahre Stadtrechte · Sachsenberger brauen eigenes Festbier ·

Alte Traditionen, frische Spezialitäten

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Mitten im Brauvorgang: (v.l.) Mathias Bröhland, Helga Becker, Horst Paul und Frank Richter.Fotos:

Lichtenfels-Sachsenberg - Mit dem „Schoppenzwerg“ auf das Stadtjubiläum in der Knöchelhalle angestoßen haben viele Sachsenberger am Sonntag. Denn eine Woche vor Pfingsten war es so weit: zum ersten Mal nach fast 100 Jahren wurde wieder echtes Sachsenberger Bier gebraut und ausgeschenkt, dabei sind die Braurechte so alt wie die Stadtrechte: 750 Jahre.

Beim Braufest in der Knöchelhalle konnten die Sachsenberger ihr Bier wie zu Urgroßvaters Zeiten brauen oder gleich zum ersten Mal den „Schoppenzwerg“ probieren, der schon vor Wochen für diesen festlichen Anlass gebraut wurde. Denn das Bier vom Sonntag ist erst in sechs Wochen genießbar, so Frank Richter, der vor gut einem Jahr als Auftakt mit dem Hopfenanbau in der Nähe der Villa Böhle begonnen hatte.

Lied vom „Schoppenzwerg“

Gewissermaßen im Garten des letzten Brauereibesitzers, seinerzeit auch als Dichter und Heimatkundler ein bekannter Name in der Region. Der Weg zur Knöchelhalle wurde denn auch nach Adolf Böhle benannt: beim Braufest prangt sein vor 150 Jahren gedichtetes Lied vom „Schoppenzwerg“ über die zu kleinen Trinkgefäße in Sachsenberg an der Tür zum Saal. Nicht nur zu Ehren des Multitalents, sondern auch als Geburtsanzeige für das erste eigene Bier, den Sachsenberger Schoppenzwerg. Ein dunkles Bio-Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot, das vom ersten Schluck an überzeugt. Vielleicht auch wegen des Hopfens, der auch seinen Anteil am vertrauten Geschmackserlebnis hat.

Da die Biertrinker auf der ganzen Welt auf den echten Hallertauer Hopfen geeicht sind, kam der Sachsenberger Hopfen doch nicht zu Brauehren, so Frank Richter, der aber auf weitere Leckereien zum Braufest verweist wie die mit Hopfen gewürzte Braumeisterbratwurst. Eine schnell ausverkaufte Spezialität.

Kreativer Konditor

Mit dem eigenen Bier zum Jubiläum haben die Sachsenberger nicht nur an mehrere Traditionen angeknüpft und zugleich die Vorlage für eine neue Spezialität geschaffen: als kreativer Konditor ließ sich Dirk Weber vom Bier zu einer neuen Spezialität inspirieren: den Schoppenzwerg-Trüffeln, die beim Braufest in der Knöchelhalle ihre Premiere feierten. Seit Montag sind sie auch im Angebot der Bäckerei und Konditorei Weber. (ahi)

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