Sechstklässler wollen ins Gedenkhaus

Anne Frank begeistert Schüler

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Kuscheltiere, Puppengeschirr und Bücher: ihre ausgedienten Spielsachen wollen Sechstklässler der Humboldt-Schule zusammen mit ihrer Lehrerin Christiane Ademmer verkaufen, um eine Klassenfahrt zu finanzieren. Foto: Graf

Korbach - Schüler der Humboldt-Schule beteiligen sich am Sonntag beim Basar des Familienzentrums Kreisel e.V.. Sie wollen Geld für eine Klassenfahrt nach Amsterdam sammeln.

Im Geschichtsunterricht erarbeiteten die Jungen und Mädchen Präsentationen zu verschiedenen Denkmälern, Bauwerken und Museen der Welt. Neben der chinesischen Mauer und dem weißen Haus in Washington hat sich eine Gruppe das Anne-Frank-Haus in Amsterdam ausgesucht. Nach dem Referat kam die Frage auf: „Können wir da nicht mal hinfahren, Frau Ademmer?“. Die Klassenlehrerin war begeistert von so viel Interesse der Kinder und wollte diese Idee gerne Wirklichkeit werden lassen. Doch schon im Oktober hatte eine Klassenfahrt nach Cuxhaven stattgefunden und eine weitere in diesem Schuljahr ist von vielen Eltern nicht finanzierbar.

Also wollen die Schüler für die Fahrt Geld sammeln und haben reichlich Ideen wie das geschehen soll: Plätzchen und Muffins haben die Sechstklässler schon an ihre Mitschüler verkauft. Am Sonntag sind sie außerdem auf dem Basar des Familienzentrums Kreisel e.V. vertreten. Dort wollen sie einige ihrer alten Spielsachen, Bücher und Kuscheltiere verkaufen.

„Puppen brauchen wir nicht mehr. Durch den Verkauf können wir andere Kinder glücklich machen und haben selber auch was davon“, erklärt die Zwölf-jährige Sibel Korkmaz das Vorhaben.

Der Gelegenheitsmarkt bot sich für die Schüler an, weil er zeitlich begrenzt ist. Mit dem Plakat aus der Geschichtspräsentation wollen die Kinder auf dem Basar informieren, was sie mit dem Erlös vor haben.

Die Lehrerin Christiane Ademmer berichtet von einer anderen Aktion: „Im Deutschunterricht lernen die Kinder gerade, wie man offizielle Briefe schreibt. Das wollen wir nutzen und Bittbriefe an Firmen schicken um Spenden zu sammeln.“ Jeder noch so kleine Betrag würde helfen, meint die Pädagogin. Trotzdem werden die Eltern einen Sockelbetrag zur Finanzierung beitragen müssen.

Die drei Tagesfahrt ist für Juni geplant und soll so kostengünstig wie möglich ausfallen. Neben dem Anne-Frank-Haus werden andere auch Aktivitäten wie ein Besuch des Van Gogh Museums (für Schüler kostenfrei) auf dem Programm stehen.

Mit leuchtenden Augen erzählen die Kinder, was sie über das Museum schon wissen. „Besonders spannend ist die Kammer, die hinter einem Regal versteckt ist. Wir wollen unbedingt sehen wie alles gewesen ist“, sagt Emily-Sophie Fuchsberger.

Obwohl der Holocaust erst viel später im Lehrplan auftaucht, wird das Thema demnächst im Unterricht behandelt. Lehrerin Christiane Ademmer erhofft sich ein prägendes Erlebnis für ihre Schüler. Nicht zu letzt durch das Engagement, welches die Kinder zur Finanzierung ihrer Fahrt zeigen, ist den langersehnten Ausflug etwas einmaliges für die Schüler.

Wer die Klasse 6a bei der Finanzierung ihrer Bildungsfahrt unterstützen möchte, ist eingeladen beim Basar im Familienzentrum Kreisel e.V. vorbeizuschauen. Am Stand Nummer 67 bieten die Schülerinnen und Schüler dort verschiedene Spielwaren an. Unterstützt werden sie dadurch von helfenden Eltern und der Klassenlehrerin Christiane Ademmer.

Von Nadine Graf

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