Für 75 Prozent der Unternehmen ist Korbach ein attraktiver Standort für Fachkräfte

Anreize für gefragte Könner setzen

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Gefragte Könner: Für immer mehr Unternehmen in Korbach wird es wichtiger, Fachkräfte an sich zu binden. Dazu müsse auch die Stadt attraktiver für junge Leute werden, so eine Forderung der heimischen Wirtschaft, die sich aus dem Fachkräfte-Monitoring der Wirtschaftsförderung ergibt.

Korbach - Für viele Unternehmen in Korbach ist der Fachkräftemangel bereits Realität. Das hat eine Erhebung der Wirtschaftsförderung Korbach gemeinsam mit der Start Forschungsgesellschaft Dortmund ergeben.

Gut drei Viertel aller befragten Unternehmen beurteilen Korbach trotzdem als attraktiven Standort für Fachkräfte. Ziel des Monitorings sei, den Bedarf der Betriebe für Maßnahmen gegen einen möglichen Fachkräftemangel noch besser einzuschätzen und zielgenauer zu planen, erklärte Wirtschaftsförderer Werner Niederquell.

Von 197 in der Zeit von August bis September kontaktierten heimischen Firmen mit mehr als fünf Mitarbeitern haben 164 die Fragebögen auf Papier oder online ausgefüllt oder den Forschern am Telefon Auskunft gegeben. „Das entspricht einer Quote von 85,3 Prozent“, freute sich Niederquell über die große Beteiligung.

„Überwiegend positiv“

„Überwiegend positiv bewerten die Unternehmen Faktoren wie Aus- und Weiterbildungsangebote, Nähe zu potenziellen Auftraggebern, die Netzwerkarbeit der Wirtschaftsförderung, die Unterstützung durch die Agentur für Arbeit und die vorhandenen Erholungs-, Kultur- und Freizeitangebote“, erläuterte Korbachs Wirtschaftsförderer.

Gleichwohl geben die Betriebe der Stadt auch Hausaufgaben mit auf den Weg: Um Fachkräfte besser zu gewinnen und an den Standort zu binden, sollte etwa das Freizeitangebot in Korbach - insbesondere für Jugendliche - verbessert werden, so das Ergebnis des Monitorings. Verbesserungsbedarf sehen die befragten Unternehmer auch in den Bereichen Einkaufen und Verkehrsinfrastruktur und bei der Verfügbarkeit von Fachkräften.

Für gut die Hälfte der Unternehmen ist Fachkräftemangel noch ein Problem der anderen: Während 83 Prozent der Befragten erklären, dass ihre Branche vom Fachkräftemangel betroffen ist, sehen 52 Prozent ihr eigenes Unternehmen noch nicht in Gefahr. Für 48 Prozent hingegen ist der Fachkräftemangel schon Realität. Rund 64 Prozent der Unternehmen rekrutieren ihre Fachkräfte überwiegend in der Region. Dabei nutzen sie überwiegend die Kooperation mit der Agentur für Arbeit, Stellenanzeigen und Kontakte zu Schulen, wie die Auswertung des Monitorings ergibt.

Wichtige „weiche“ Faktoren

Um die Fachkräfte an sich zu binden, setzen die Betriebe immer mehr auf die sogenannten „weichen“ Faktoren wie Aus-, Fort- und Weiterbildung, flexib­le Arbeitszeitmodelle, angenehmes Arbeitsklima oder Gesundheitsvorsorge. „Angebote dieser Art machen bereits jetzt über 40 Prozent der Fachkräftebindungsmaßnahmen in den Unternehmen aus - mit steigender Tendenz“, so Niederquell. An Bedeutung verlieren hingegen monetäre Anreize wie Weihnachtsgeld.

Im Frühjahr 2014 wird die Wirtschaftsförderung Korbach Unternehmen und Multiplikatoren zum fünften Wirtschaftsforum einladen, das dann unter dem Motto „Fachkräfte finden - Fachkräfte binden in der Region“ stehen wird. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.(lb)

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