Vertreter von sechs Kommunen diskutieren über öffentlichen Personennahverkehr

Anrufsammeltaxis im Mittelpunkt

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Vertreter von sechs Waldeckischen und Westfälischen Kommunen und Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon beratschlagen den Öffentlichen Personennahverkehr.Foto: pr

Lichtenfels-Goddelsheim - Erstmals haben sich Vertreter der Kommunen Willingen, Vöhl, Medebach, Hallenberg, Diemelsee und Lichtenfels mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon zu einem Arbeitsgespräch getroffen. Sie diskutierten über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Schwerpunkt war die Situation der Anrufsammeltaxis (AST). Alle waren sich einig, dass diese im ländlichen Raum wichtig sind. Problematisch sehen manche jedoch den steigenden Zuschussbedarf: In Vöhl ist dieser von 30000 Euro auf zwischenzeitlich 71300 Euro gestiegen, berichtete Bürgermeister Matthias Stappert. Er befürchtet steigenden Bedarf nach der Reaktivierung der Bahnstrecke von Frankenberg nach Korbach. Alle Vertreter sprachen sich für einen neuen Vorstoß zur Erhöhung des AST-Zuschlags aus. Derzeit liegt er bei einem Euro je Fahrt. Auch Erweiterungen des Angebots standen zur Diskussion: So besteht etwa in Lichtenfels Interesse, Medebach und Hallenberg per AST zu erreichen.

Thomas Viesehon soll sich um ein Pilotprojekt des Bundes bemühen, wie etwa das elektrische Bürgerauto. Alf Höfer, Erster Stadtrat von Lichtenfels, stellte dazu ein Modell aus Baden-Württemberg vor. Besonders in Lichtenfels wird auf die Bewilligung des Bürgerbusses durch das Land Hessen gehofft: Ehrenamtliche Fahrer sollen die Anrufsammeltaxis damit ergänzen.

Auf Anregung des Medebacher Bürgermeisters Thomas Grosche werden einige Bürgermeister mit Vertretern von Regionalverkehr Ruhr-Lippe und Nordhessischem Verkehrsverbund grenzüberschreitende Buslinien besprechen. Bedarf sehen sie im Bereich zwischen Hallenberg, Medebach und Lichtenfels, aber auch zwischen Diemelsee und Marsberg sowie um Willingen. Auch Details des Schülerverkehrs stehen zur Diskussion.

Abschließend brachte Bürgermeister Stappert die Idee ein, die Universität Wuppertal anzusprechen: Dort hofft er Studenten zu gewinnen, die sich mit dem ÖPNV im ländlichen Raum beschäftigen wollen. Sie sollen ohne Denkverbote überlegen können.

Ein Thema für weitere Runden ist die neue Periode des Förderprogramms Leader. Für 2016 steht ein Pilotprojekt für die Regionen Kellerwald/Edersee, Diemelsee/Nordwaldeck, aber auch den Hochsauerlandkreis zur Diskussion. Eine zweite Arbeitsrunde steht im Frühjahr an.(r)

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