Wenn Kinder zu den Eltern ihrer Kuscheltiere werden: Premiere der „Teddyklinik“ im Korbacher Bürgerh

Arztbesuch und Smarties als Medizin

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Genau beobachtet Mira, was Kinderärztin Dr. Cathrin Wilke mit ihrem Teddy anstellt. Die Dreijährige hat mit ihm die Teddyklinik im Korbacher Bürgerhaus besucht.

Korbach - Miras Teddy ist von der Rutsche gefallen und jetzt schmerzt sein Bein. Gut, dass in der Teddyklinik im Bürgerhaus schon fünf Ärzte warten, die sich auf Kuscheltiere spezialisiert haben.

„Herzlich Willkommen in der Teddyklinik.“ Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte Kreisel haben im Foyer des Bürgerhauses, das sie am vergangenen Samstag zum Stofftier-Krankenhaus umfunktionierten, ihre Rezeption eingerichtet. In diesem Jahr richtet die Kindertagesstätte keinen Weltkindertag aus - die Teddyklinik ist an seine Stelle gerückt.

„Die Grundidee der Teddyklinik ist es, den Kindern die Angst vorm Arztbesuch zu nehmen“, erklärt Brigitte Jehnigen, Vorstandsmitglied des Vereins. Die Kinder begleiten ihre Kuscheltiere von der Anmeldung über die Untersuchung bis hin zur Apotheke. Zur Klinikeröffnung ist Stadtrat Friedrich Bachmann gekommen. Die Stadt Korbach unterstützt die Umsetzung finanziell und stellt für den besonderen Tag das Bürgerhaus zur Verfügung.

Mira und ihr Teddy

Auch Mira ist mit ihrem Kuscheltier gekommen. Die Dreijährige ist ganz besorgt. Das Bein ihres Teddys schmerzt.An der Rezeption erklärt sie gewissenhaft, was passiert ist, bekommt eine Patientenkarte und geht die Treppe hinauf zum Wartezimmer. Dort wird sie schon von Davina Lai erwartet. Die Erzieherin erklärt Mira, dass sie direkt in den Behandlungsraum gehen kann. Den betritt die Dreijährige dann ganz allein. Mira steuert auf den Tisch von Dr. Cathrin Wilke zu. Sie erklärt der Kinderärztin den Fall. „Teddy ist nämlich von der Rutsche gefallen.“ Das schaut sich Wilke unter dem aufmerksamen Blick von Mira genauer an.

Die Diagnose: Teddys Bein ist gebrochen. „Da müssen wir ihm jetzt einen Verband machen“, sagt die Kinderärztin. Dann schreibt sie noch ein Rezept für den kuscheligen Patienten und erklärt Mira, dass Teddy jetzt mindestens eine Woche Sportverbot hat. Mit dem Rezept in der Hand macht sich die Plüschtier-Mama wieder auf den Weg nach unten.

Franz Kirchner erwartet sie schon in seiner Apotheke. Für Teddy gibt es drei Smarties-Medikamente, Mira bekommt noch ein paar Gummibärchen geschenkt. Dann ist der Besuch in der Teddyklinik auch schon vorbei. „Das war toll!“, befindet Mira. Zum Arzt zu gehen ist wirklich nichts Schlimmes.

„Das ist eine wunderbare Sache“, denkt auch Zahnärztin Dr. Christiane Figge. „Die Kinder sind wirklich offen und lassen sich prima auf die Situation ein.“ Neben ihr haben noch Kinderärztin Dr. Meike Bökemeier, Internist Dr. Tobias Weidemann und Orthopäde Dr. Matthias Seel die ärztliche Betreuung der plüschigen Patienten übernommen. Die Johanniter sind mit einer Spielstation dabei und Mitarbeiter der Kindertagesstätte haben eine Cafeteria eingerichtet. Eben wie in einem richtigen Krankenhaus. Und Kreisel-Mitarbeiter, Ärzte sowie Johanniter sind sich einig: nächstes Jahr sind sie wieder dabei.

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