Rund 8000 Besucher auf Festmeile unterwegs

Asel feiert 100. Geburtstag - Video

Asel - Es war ein Festtag, wie ihn sich die Aseler gewünscht hatten: Zum 100. Geburtstag des Ortes kamen viele Gäste, Musiker und Aussteller und verwandelten Asel in eine gesellige Festmeile – zum Staunen, Entdecken und Begegnen.

Sie haben ihre Gartentürchen und Scheunentore geöffnet und Platz gemacht für kleine Orchester, für Steppdecken, auf denen Kinder spielen, und für Handwerker, die zur Zeitreise einladen. Die Aseler und ihre Gastfreundschaft sorgen für Wohlfühlatmosphäre, für den Wunsch, bleiben zu wollen. Julius und Theresa haben es sich im Spielgarten bequem gemacht, genießen den Schatten und probieren eines der selbst gebauten Holzspiele aus. Inge Wrage sitzt im Gartenstuhl und zeigt den Kindern, wie sie früher Ketten gehäkelt haben – auch die jüngsten Gäste entdecken und machen mit.

Kinder spazieren mit Eimern voller bunter Lose durch den Ort und berichten den Besuchern von der historischen Tombola. Und dann stehen die Gäste gespannt an der Preisausgabe und schmunzeln über alte Schmöker, freuen sich über ein Fernrohr oder eine alte Laterne. Gefällt ihnen etwas nicht, tauschen sie es gleich am nächsten Tisch um. Heiter und gelöst geht es zu.Ein Stück weiter haben sich Bewohner des Weinbergs ein paar Stühle auf den Hof gezogen, sitzen im Schatten und singen. Es ist Begleitmusik wie diese, die dem 100. Geburtstag in Asel jene besondere Stimmung verleiht. Es klingt und duftet an jeder Straßenecke, Aussteller aus der ganzen Großgemeinde haben sich auf den Weg nach Asel gemacht und die Menschen schlendern, flanieren, kaufen und suchen sich dann ein schattiges Plätzchen, um zu entspannen – auf der Wiese neben der Kirche oder in der kühlen Festscheune. 5000 bis 8000 Besucher, so schätzt die Feuerwehr, seien unterwegs.

Geschichte und Gegenwart

Sie lauschen den Tönen des Musikvereins Buchenberg oder des Shanty-Chors aus Waldeck und freuen sich über das große Kuchenbuffet, das die Aseler gezaubert haben. Und manch einer wagt einen kleinen Abstecher ins Kelten-Camp, wo gewandete Gestalten ihr Lager aufgeschlagen haben und der Festmeile eine weitere besondere wie historische Note verleihen.

Geschichte trifft auf Gegenwart, Technik auf Handwerk: Friedrich Hoffmann lädt die Besucher im Dorfgemeinschaftshaus mit Fotos zum Erinnern an das alte Asel ein, Arno Huthwelker zeigt den Besuchern mit seiner Giraffe das neue Asel aus luftiger Höhe. Handwerker lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter sehen. Und Gleiches gilt auch für heimische Vereine – von der Feuerwehr bis zum Naturschutzbund. Und so stimmungsvoll wie der Tag sich auf der Festmeile präsentiert, hat er auch begonnen: Propst Helmut Wöllenstein feierte gemeinsam mit Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg und einer großen, gut aufgelegten Festgemeinde Pfingstgottesdienst. „Ein guter Tag“, befand der Propst, „der Geburtstag der Kirche und der Geburtstag Asels“. Berührend erinnerte er an die wechselhafte Geschichte des Ortes. Die nahm auch Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert in den Blick. „Heute ist Asel ein aktiver Ort, der sich durch Bürgersinn, Fleiß und Engagement auszeichnet“, lobte er.Am Ende des Tages steht Ortsvorsteher Thomas Ruch gerührt vor der Festscheune: „Genauso haben wir uns das gewünscht“, sagt er und lobt die große Eigeninitiative der Ehrenamtlichen. Die Basdorfer Feuerwehr sei spontan eingesprungen, als die Parkeinweisung hakte, die Kelten hätten die Nacht über den Markt im Auge behalten. „Und wir Aseler“, sagt Ruch, „sind zusammengewachsen, wie wir es uns nicht mal erträumt hätten“. (resa)

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