Investor will „Westfalenhof“ als Unterkunft nutzen

Asylbewerber statt Leerstand?

Das ehemalige Hotel „Westfalenblick“ steht als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zur Diskussion. Foto: Wilhelm Figge

Diemelsee-Vasbeck - Das ehemalige Hotel „Westfalenblick“ in Vasbeck steht als Unterkunft für Asylbewerber zur Debatte. Die vorgeschlagenen 70 Plätze hält der Ortsbeirat des 500-Einwohner-Dorfs für zu viel.

Ein Investor hat Interesse geäußert, das seit 16 Jahren leerstehende Hotel „Westfalenblick“ in Vasbeck zu kaufen und dem Landkreis als Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 70 Asylbewerber zu vermieten. Nach einer Besichtigung bewertete der mögliche Betreiber das Gebäude als grundsätzlich geeignet.

Die vorgeschlagene Bewohnerzahl scheint dem Ortsbeirat indes sehr hoch: „Wir sind der Meinung, dass bei unseren 500 Einwohnern 70 Asylbewerber nicht möglich sind“, erklärt Ortsvorsteher Albrecht Tobien. Der Ortsbeirat hat einstimmig gegen die Aufnahme so vieler Personen gestimmt: In einem Informationsblatt an die Vasbecker bezeichnen die Mitglieder das Ausmaß als sozial unverträglich für das Dorf. „Im Prinzip haben wir aber nichts dagegen, in Wohnungen etwa Familien unterzubringen“, stellt Tobien klar.

Bevor eine Entscheidung fällt, soll die Gemeinde festlegen, wie viele Asylanten ihrer Meinung nach sozialverträglich wären. Diese Stellungnahme habe großen Einfluss, erklärt Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises, ohne sie gebe es keine Entscheidung. Die Gespräche zwischen Vertretern von Kommune und Ort dauern noch an, erklärt Bürgermeister Volker Becker.

345000 Euro gibt der zuständige Immobilienmakler als Kaufpreis an. Im Expose sind 24 Doppelzimmer, drei Seminarräume, Sauna, Schwimmbad und Kegelbahn angegeben - um Wohnraum für 70 Personen zu schaffen, wären demzufolge noch Umbauten nötig. Ob diese Investition sich im Rahmen, den die Gemeinde vorschlagen wird, noch lohnt, ist offen: „Niedrige Zahlen würden sich für den Betreiber nicht rechnen, wenn er ein Objekt kauft, in das 70 Menschen passen“, vermutet Tobien.

Von Wilhelm Figge

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