Continental feiert „kleines Richtfest“ fürs neue Technologiezentrum in Korbach

Aufbau der Maschinen hat begonnen

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Beim symbolischen Start für den Aufbau der Maschinen im neuen Korbacher Technologiezentrum von Continental gestern – von links: Betriebsratschef Jörg Schönfelder, Dr. Axel Becker vom Projektteam und Projektleiter Georg Reichert, der Korbacher Conti-Werksleiter Lothar Salokat, Dr. Bernhard Trilken aus der Konzernzentrale in Hannover sowie Matthias Weiland vom Projektteam.Foto: -sg-

Korbach - Im neuen Technologiezentrum von Continental werden seit ein paar Tagen die Maschinen aufgebaut - mehr als 45 Millionen Euro investiert der Konzern am Standort Korbach.

Nebel waberte auf, als ein Gabelstapler das Oberteil einer modernen Heißpresse heranbrachte und auf den Unterbau hievte. Das Publikum spendete Applaus. Mit diesem symbolischen Akt begann gestern früh auch offiziell der Aufbau der Maschinen im neuen Technologiezentrum von Continental. Gewissermaßen als „kleines Richtfest“ hatte die Werksleitung Mitarbeiter und Vertreter der Baufirmen in die künftige Produktionshalle geladen.

„Hightech“ aus Korbach

Noch stehen die Maschinenteile verpackt auf dem Boden der weitgehend leeren Halle, doch schon in wenigen Monaten sollen die Korbacher Conti-Fachleute dort die Produktion aufnehmen: Besonders anspruchsvolle Reifen für leistungsstarke Sportwagen sollen vom Band rollen, „Ultra High Performance“ genannt.

Und die Mitarbeiter sollen herumexperimentieren, um mit ihrem Erfahrungsschatz und ihrer Fachkompetenz neue Produkte und neue, effizientere Herstellungsverfahren zu entwickeln. Davon soll der gesamte international ausgerichtete Konzern profitieren. „High Performance Technology Center“, kurz HPTC, nennt Continental das neue Zentrum, das am Rande des Korbacher Werkes am Ermighäuser Weg als eine Art „Fabrik in der Fabrik“ entsteht.

„Es geht mächtig voran“, stellte Dr. Bernhard Trilken aus Hannover fest - er ist Vizepräsident für die weltweiten Reifenproduktionsanlagen und die Logistik. „Es ist beeindruckend zu sehen, was geschaffen worden ist.“ Er erinnerte an den Grund für den Bau: In der laufenden Reifenproduktion sei oft nicht der Freiraum vorhanden, um Prozesse zu optimieren. Wegen der hohen Komplexität der Abläufe gebe es kaum Möglichkeiten, um andere Wege zu versuchen. Deshalb sei die Idee aufgekommen, eine getrennte Produktionszelle zu schaffen - das Technologiezentrum, in dem neue Verfahren entwickelt und erprobt werden sollen, aber auch neue Hochleistungsreifen.

Vor zwei Jahren sei die Entscheidung für den Standort Korbach gefallen. Gründe: Die Beschäftigten hätten eine hohe Qualifikation und Erfahrung im Umgang mit Hochtechnologie. Und die Hansestadt liege in der Nähe der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Mit dem Know-how aus Korbach sollten auch andere Standorte weltweit weiterentwickelt werden.

Der Vorstand glaube, dass Deutschland ein guter Standort für Hochtechnologie sei, „wir wollen weiter investieren“, betonte Dr. Trilken. Damit setze Conti auch ein Zeichen an die Erstausrüster - also die Autofirmen. „Wir sind gewillt, erheblich zu investieren.“

„Voll im Zeitplan“

Im Korbacher Werk gebe es gewachsene Strukturen, die es beim Neubau „anzupassen“ galt. Dennoch liege das Projekt „voll im Zeitplan“, erklärte Dr. Trilken. Bis die ersten Serienreifen vom Band liefen, sei noch viel zu tun, „aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen“.

„Das HPTC wächst und gedeiht“, sagte Werksleiter Lothar Salokat und ließ den Blick durch die neue Halle schweifen. Nur 361 Tage nach dem offiziellen ersten Spatenstich beginne die Installation der ersten Maschinen, dies sei „ein wichtiger Meilenstein“. Alle Baufirmen hätten „tolle Arbeit geleistet“. Lob zollte er auch dem Conti-Projektteam um Georg Reichert.

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Von Dr. Karl Schilling

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