Arbeitseinsatz nach Beschwerden von Passanten und Besuch des Veterinäramtes

Auflagen für den Gnadenhof

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Vor drei Jahren kauften Normen Siegel und seine Frau Corinna die Stiegmühle in Asel. Nach Beschwerden von Passanten gibt es vom Veterinäramt nun neue Auflagen.

Vöhl-Asel - Nach Beschwerden von Passanten hat das Veterinäramt dem Gnadenhof in Asel neue Auflagen gestellt, um die artgerechte Tierhaltung zu verbessern. Das Team des Gnadenhofs gerate an seine Grenzen, sagt Normen Siegel.

Zweimal war das Veterinäramt in den vergangenen Monaten auf dem Gnadenhof bei Asel zu Gast und hat sich umgesehen. Es habe einen Hinweis der Gemeindeverwaltung in Vöhl gegeben, dass Beschwerden wegen nicht artgerechter Tierhaltung eingegangen seien, erklärt Dr. Hartmut Wecker vom Landkreis. Und das bestätigt auch Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert: „Der Ausgangspunkt waren die Beschwerden von Passanten, die darauf hinwiesen, die Tiere ständen im Matsch.“ Außerdem habe ein Anwohner gemeldet, dass frei laufende Tiere den Straßenverkehr gefährden würden.

Verschlammter Boden

Die Gemeindeverwaltung gab die Hinweise an das Veterinäramt weiter, deren Mitarbeiter Normen Siegel in der Stiegmühle besuchten. „Anschließend wurde eine Liste erstellt von Dingen, die verbessert werden müssen, um eine artgerechte Tierhaltung zu erreichen“, erklärt Wecker auf Nachfrage von WLZ-FZ. Es habe schon viel schlimmere Fälle und viel drastischere Maßnahmen gegeben, ergänzt Wecker und will aus Datenschutzgründen nicht weiter auf die Situation eingehen.

Normen Siegel vom Gnadenhof wird konkreter: „Feuchte und matschige Wiesen wurden bemängelt“, erklärt er, „und dass Ziegen und Pferde nicht im Trockenen stehen.“ Außerdem fordern die Tiermediziner größere und neue Unterstände für Schweine, Emus und Nandus.

„Deswegen sind wir im Moment jede Minute im Einsatz“, sagt Siegel. Die Frist wurde auf vier Wochen festgelegt, dann müssen Unterstände und Klettermöglichkeiten für Ziegen gebaut sein. „Das ist für uns nicht nur eine zeitliche, sondern auch finanzielle Herausforderung“, sagt Siegel.

Schwieriger aber werde die Befestigung des Bodens. Die nämlich habe mit der Beschaffenheit des Geländes am Aselbach zu tun. „Ein Drittel des Jahres sind Felder und Wege zum Teil feucht“, sagt Siegel. Aber trotzdem hätten die Tiere dann immer noch trockenen Boden. Mit Nachbarn haben die Siegels die Lage bereits diskutiert: „Drainagen und Aufschüttungen sind keine langfristigen Lösungen“, sagt Siegel, „Paddockplatten könnten helfen.“ Die seien aber teuer, ergänzt Normen Siegel. Bis Ende September reicht die Frist, die das Veterinäramt gesetzt hat. „Wenn uns jemand mit Material und Arbeitseinsatz helfen könnte, wäre wir dankbar“, sagt Siegel.

„Ungerechte Auflagen“

Allerdings empfindet er die Auflagen als ungerecht. „Tiere suhlen sich gerne mal im Dreck“, sagt Siegel, „sie fühlen sich bei uns wohl und sind gesund.“ Emus und Nandus würden bestehende Unterstände gar nicht nutzen. Siegel erklärt: „Es gab schon immer Menschen in Vöhl, die mit unserer Art der Tierhaltung nichts anfangen können.“ Ende April kommt das Veterinäramt zum nächsten Besuch.

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