Korbach:

Auftakt der Theaterwoche: Die junge Generation ungeniert

- Korbach. Es ist auch heutzutage schwer, eine unbeschwerte Jugend zu leben. Das zeigt das Stück „Sturm und Drang – Irgendwo muss es Wut geben“ der Düsseldorfer Theatergruppe „am Goethe“ zum Auftakt der Korbacher Theaterwoche.

Der Schuss war nicht notwendig. Diese Patrone hätten die drei Frauen und zwei Männer der Düsseldorfer Theatergruppe „am Goethe“ in ihrem selbst geschriebenen Stück „Sturm und Drang – Irgendwo muss es Wut geben“, besser im Lauf lassen sollen.Denn mit dem kollektiven Selbstmord in der Schlussszene zerstören sie das zwar in sich zerrissene, aber insgesamt liebenswert und positiv dargestellte Bild der heutigen jungen Generation, das sie Szene für Szene kurzweilig aufgezeichnet haben. Mit knackigen Dialogen, wirkungsvollem Einsatz von Musik und überzeugendem Spiel durchlaufen die fünf binnen 60 Minuten die Welt der menschlichen Grundgefühle vom Lieben und Geliebt- oder Nicht-geliebt-Werden, von der Sehnsucht nach Beziehung und der Unfähigkeit, Beziehung zu leben, von dem ständig steigenden Druck, dem sie entfliehen möchten – gut dargestellt durch das befreiende Hin-und-her-Laufen auf der Bühne. Auch die Wut tritt manchmal auf, aber es bleibt unklar, gegen wen sie sich eigentlich genau richtet.Bisweilen sehnt man sich zwar nach deutlicheren Antworten, aber es tut dem Stück insgesamt gut, dass das Quintett auf das Giftpfeilewerfen gegen Politik und Gesellschaft verzichtet und sich nicht in die Opferrolle begibt. Die jungen Leute wissen schon, wo ihre Schwächen liegen, aber es ist schwer, sie abzustellen. Das zeigen Szenen mit Ausflügen in die Medienwelt, die sich scheinbar besonders gut dazu eignet, den Genies aus der alten Sturm- und Drangzeit nachzueifern.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 12. Mai.

Weitere Fotos von der Theaterwoche finden Sie hier:

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