„Gucken statt ducken“: Sechste Präventionswochen für Kinder, Eltern und Senioren

Auftischen, was tief bewegt

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Gerhard Seidler (Stadtwache), Achim Jesinghausen, stellvertretender Leiter der Polizeistation, Bürgermeister Klaus Friedrich, Carsten Vahland (Ordnungsamt), Dirk Virnich (Polizeidirektion) und Andrea Franke (Jugendhaus) präsentierten gestern das Programm

Korbach - Vorbeugen gegen Sucht und Gewalt, gegen Kinderarmut, kulturelle Isolation und Kriminalität im Internet: Bei der Präventionswoche vom 29. Oktober bis 9. November rückt die Kreisstadt brisante, bewegende Themen in den Blickpunkt.

„Gucken statt ducken“ heißt es inzwischen zum sechsten Mal in Korbach. Das Leitmotiv steht für die Präventionswochen, die seit 2002 alle zwei Jahre ein spannendes Forum eröffnen.

Es geht um das, was Menschen in ihrem sozialen Umfeld das Leben zur Last macht. Vorbeugen gegen Drogen und körperliche Gewalt bleiben dabei ein besonders wichtiger Aspekt. Doch moderne Zeiten haben in den vergangenen Jahren auch neue Sorgen bereitet: „Cybermobbing“, also üble Nachrede im Internet, unter der junge Menschen vielfach zu leiden haben; „Netzangriffe“ auf Bankkunden oder private Daten zu Hause; Spielsucht oder Betrügereien in der virtuellen Welt.

Andere Herausforderungen sind markant in der realen Welt: Integration von Zuwanderern, Alkoholmissbrauch, wachsende Kinderarmut und soziales Gefälle in Deutschland. Eine Fülle dieser Themen greift die Stadt Korbach mit den Präventionswochen auf, rückt sie damit in den Blickpunkt.

Dabei haben die Organisatoren nicht den Anspruch, Weltverbesserer zu sein - sondern Denkanstöße zu geben und Information. „Wir möchten die Themen ins Bewusstsein rücken“, unterstreichen Jugendhausleiterin Andrea Franke und Ordnungsamtschef Carsten Vahland unisono.

Nach zwölf Jahren mit Präventionswochen in Korbach „haben wir inzwischen schon eine komplette Schülergeneration mitnehmen können“, resümiert Bürgermeister Klaus Friedrich. Will heißen: Für junge Menschen in der Kreisstadt ist Prävention ein Begriff, der sie vom Kindergarten bis zum Schulabschluss begleitet, also früh ansetzt.

Korbach ist Vorbild

Seinen Dank richtet der Rathauschef nicht nur an Andrea Franke, Vahland und Gerhard Seidler (Leiter Stadtwache) zur Vorbereitung der Präventionswochen. Die Polizei ist gleichermaßen engagiert in einem Netzwerk, das über Jahre kontinuierlich Präventionsarbeit in Korbach betreibt. Eng verwoben sind darin Schulen, soziale Projekte, aber auch heimische Unternehmen, lobt Friedrich fast 30 Förderer und Sponsoren.

So hat sich Korbach durch seine umfassende Arbeit weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. „Sie ist Vorbild geworden für viele andere“, unterstreicht Dirk Virnich, Vertreter der Polizeidirektion. Seit Jahren gehört Virnich als Polizist zu den Impulsgebern in Sachen „Prävention“.

Bürgermeister Klaus Friedrichs Appell an die Korbacher: Courage beweisen, nicht wegschauen, mitmachen, vorbeugen gegen Sucht und Gewalt.

Top-Themen

Bewährtes und Neues bilden die Mixtur der Korbacher Präventionswochen. Zwei herausragende Angebote: Das Projekt HEROES aus Berlin lädt am 29. Oktober zur Diskussion über „Integration und falsch verstandene Ehre“.

Am 7. November ist der bekannte Berliner Arche-Gründer und Buchautor Bernd Siggelkow zu Gast mit Lesung und Diskussion zum Thema „Kinderarmut“.(jk)

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