Der Fürstenberger Stefan Schäfer hat ein Kartenspiel für das mentale Training unterwegs entwickelt

Ausdauertraining für die Gehirnzellen

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Lichtenfels - Fürstenberg - Gehirntraining ist in aller Munde. In Fernseh-Shows treten immer wieder Menschen auf, die sich Hunderte Zahlen merken und meinen, das könne jeder. Eine einfachere und wohl auch spaßigere Form des Gehirnjoggings hat Stefan Schäfer als Kartenspiel herausgebracht.

Auf einer Karte sind die 26 Buchstaben des Alphabets kreuz und quer verteilt. Aufgabe: Jeder Buchstabe soll der Reihe nach angetippt werden. Klingt einfach, ist aber effektiv - das sagt zumindest die Gesellschaft für Gehirntraining (GfG).

Ausgebildeter Gehirntrainer

Dort hat sich der Fürstenberger Stefan Schäfer im vergangenen Jahr zum Gehirntrainer ausbilden lassen. Eigentlich vertreibt er Sportgeräte, „aber durch Bekannte bin ich auf Gehirntraining aufmerksam geworden, und es war einfach interessant“. Während der Lehrgänge, in denen es zum Beispiel um die Funktionen des Gehirns und eben auch Trainingsmöglichkeiten ging, kam Schäfer auf die Idee, das Kartenspiel zu entwickeln. Die Übungen dazu hat er von der GfG übernommen - alle sind wissenschaftlich von Dr. Siegfried Lehrl, einem der Väter des Gehirnjoggings und der Vorsitzende der GfG, nachgewiesen.

Bei den Übungen gehe es nicht darum, sich Hunderte von Zahlen zu merken, sondern darum, Informationen schneller zu verarbeiten und länger greifbar zu haben. „Jeder kennt das Phänomen: Ich gehe in den Keller und weiß dann nicht mehr, was ich dort eigentlich wollte.“ Das soll mit dem regelmäßigen Gehirntraining so nicht mehr vorkommen.

Vokabeln tippen und lernen

Das Besondere an dem Kartenspiel sei, dass die Übungen ständig variieren und der Schwierigkeitsgrad je nach Bedarf angehoben werden könne. „Es wird also nicht nach ein oder zwei Mal spielen langweilig“, so Stefan Schäfer. Die Alphabet-Übung kann zum Beispiel rückwärts oder mit spiegelverkehrten Buchstaben bestritten werden. Diese Übung zielt auf schnellere geistige Abläufe ab. Beim Trainieren der Merkspanne muss sich der Kartenspieler wenige Zahlen oder Farben einprägen; beim Verfolgen von Linien soll die Augenmuskulatur beansprucht werden. „Mehr als 80 Prozent der Informationen nehmen wir über das Auge auf, also sollten wir das auch trainieren“, erklärt Schäfer.

Das Kartenspiel sei für jeden gedacht - egal ob Grundschüler, Angestellter oder Rentner. Für Kinder und Jugendliche sei vor allem der „Fingersprint“ beim Vokabellernen geeignet. Das zu lernende Wort wird über die auf der Karte abgedruckte Tastatur abgetippt - und soll sich so im Gedächtnis einprägen. Und auch hier gibt es die Tastatur in der bekannten Version oder spiegelverkehrt.

Lehrgang für Azubis

Dass aus der Teilnahme am Gehirntrainer-Lehrgang mal ein Kartenspiel entsteht, hätte Stefan Schäfer vor einem Jahr nicht gedacht. „Eigentlich hatte ich das nur für mich und meine Familie gemacht, aus reinem Interesse an der Sache.“ Mittlerweile hat er einen Lehrgang an der Alten Landesschule gemacht, und auch die Kreishandwerkerschaft hat Schäfer engagiert, damit die Azubis lernen, was durch Gehirntraining alles möglich sein kann.

Die Erfolge seien zwar schwer zu messen und nicht so spürbar wie ein Muskelkater nach dem Besuch im Fitnessstudio, „aber irgendwann erledigt man gewisse Dinge einfach schneller“. Gut sei es, sich beim Gehirntraining im Raum zu bewegen, der Fernseher sollte ausgeschaltet bleiben. 15 Minuten Training am Tag reichen aus.

Die „Übungskarten Gehirntraining“ von Sportblatt gibt es im Internet bei verschiedenen Händlern ab 11,90 Euro.

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