Ausstellung mit Werken von Andrea Steinbrink in Sachsenberg · Workshop am 16. Juni

Ausdrucksstarke Figuren und Filzbilder

+

Lichtenfels - Sachsenberg - Mit einem Sektempfang eröffnete der Kulturkreis Sachsenberg am Sonntagnachmittag die Ausstellung mit Werken von Andrea Steinbrink.

„Es ist hoch spannend, wenn man mit Andrea Steinbrinks Figuren in Zwiesprache geht, denn sie sind sehr ausdrucksstark. Jede hat ihre eigene Persönlichkeit“, bringt Dorli Rauch ihre Erfahrungen mit den lebensgroßen Persönlichkeiten aus Pappmaschee mit den charakteristischen Rundungen und Kanten auf den Punkt.

Bis auf Weiteres bietet das Kulturhaus Sachsenberg jeden Sonntagnachmittag Gelegenheit zur Begegnung mit Kunstwerken aus Filz und Charakteren aus Pappmaschee. Nach telefonischer Vereinbarung öffnet die Kulturkreis-Schriftführerin auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten die Türen des Kulturhauses für Kunstfreunde und ermöglicht ihnen eine Begegnung mit den beeindruckenden Figuren der Künstlerin, die 1998 erstmals in Pappmaschee gestaltete.

„Ich habe damals meine Kinder bekommen und weben geht mit Kindern nicht, denn bei einer Webarbeit kann man nicht mittendrin aufhören“, erklärt die gelernte Handweberin den ersten Anstoß. Deshalb hatte sie sich vor 15 Jahren auf ein neues Material eingelassen. Die Herstellung der Körperteile aus Wellpappe ist der erste Schritt bei der Herstellung der Figuren.

„Die Stangen habe ich so lange durchgebrochen, bis ich mit der Form zufrieden war“, erläutert Andrea Steinbrink ihr Verfahren im Verlauf der Führung durch die Ausstellung. Erst wenn alle Körperteile vorliegen, fügt sie die einzelnen Komponenten zusammen und bemalt die Figur mit wasserlöslichen Farben. Sobald die Farben getrocknet sind, kommt eine schützende Schicht Klarlack drüber. In ihren lebensgroßen Figuren stecken fünf Jahre Arbeit.

Als die Kinder das Interesse an der Arbeit mit Pappmaschee verloren, hatte sie das Filzen für sich entdeckt. „Bei meinen Filzbildern fange ich erst mit dem Arbeiten an, wenn ich das Motiv fertig im Kopf habe“, erklärt die gelernte Handweberin. Die selbst gewaschene Schafwolle färbt Andrea Steinbrink überwiegend mit Pflanzenfarben. Bei den Ausnahmen, etwa Blautönen, greift sie jedoch auf Industriefarbe zurück.

„Zum Färben benötigt man dabei rauchende Schwefelsäure. Die ist nicht gerade grundwasserfreundlich“, weist die Künstlerin, die am Samstag, 16. Juni, im Kulturhaus Sachsenberg einen Workshop gibt, auf die Schattenseiten der schönen Farben hin. Die Einführung in die Kunst des Bilderfilzens findet von 10 bis 17 Uhr statt. Anmeldungen und Informationen gibt es bei Dorli Rauch, Tel. 06454/557.

Andrea Steinbrink lebt in Homberg (Vogelsberg), weil ihre Mutter und ihr Bruder mit Familie in Dalwigksthal leben, besteht aber eine gute und konstante Verbindung nach Lichtenfels, aus der sich die Gelegenheit zur Ausstellung ergab.

Kommentare