Hoffnung für Rhena: Landrat bittet Kultusministerin um zusätzliche Lehrkraft

Ausnahme soll Schule machen

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Bei einem Besuch in Rhena im November 2012 musste sich Landrat Dr. Reinhard Kubat (links) noch der Kritik der Eltern stellen. In dieser Woche hat er das Kultusministerium um eine Ausnahmeregelung für die Grundschule gebeten.

Korbach - Die von der Schließung bedrohte Astrid-Lindgren-Schule in Rhena soll zum Ausnahmefall werden: Genehmigt das Kultusministerium eine zusätzliche Lehrkraft, hätte die kleine Grundschule doch noch eine Perspektive.

Mit einer Ausnahmeregelung aus Wiesbaden könnte der Unterricht an der Astrid-Lindgren-Schule auch nach den Sommerferien weitergehen. Denn nach aktuellem Stand reichen die Schülerzahlen nicht aus, um im kommenden Schuljahr noch zwei Klassen zu bilden. Das aber ist Grundvoraussetzung für den Fortbestand.

Nur noch 23 Kinder würden nach den Sommerferien die Schulbank in Rhena drücken. Doch erst ab 26 Schülern können zwei Klassen gebildet werden. Mehr als 25 bis 26 Lehrerstunden pro Woche könnte das Staatliche Schulamt der Zwergschule so nicht zuweisen - noch nicht mal eine volle Lehrerstelle. Aber das Kultusministerium kann auch Ausnahmen zulassen.

„Perspektive nicht verstellen“

Bei einem Gespräch mit den Elternvertretern Matthias Wiechmann und Jörg Müller sowie den Ortsvorstehern aus Rhena, Alleringhausen und Bömighausen erklärte Landrat Dr. Reinhard Kubat, dass er die hessische Kultusministerin Nicola Beer angeschrieben und darum gebeten habe, dass über eine Ausnahmegenehmigung für das kommende Schuljahr der Schule eine zweite Lehrkraft zugewiesen wird. Vor dem Hintergrund, dass die Astrid-Lindgren-Schule Standort eines Verbundes mit der Korbacher Westwallschule werde, sollte man ihr deshalb nicht gleichzeitig die Zukunftsperspektiven verstellen, begründete Kubat seine Bitte.

Eine solche Sonderregelung würde die drohende Schließung vorerst abwenden und der Schulgemeinde Zeit verschaffen. Der Rhenaer Orstvorsteher Friedrich Bunte äußerte die Hoffnung, dass die Talsohle überschritten sei und künftig wieder mehr Kinder eingeschult werden könnten. Der Wunsch, die Schule zu erhalten, sei in der Bevölkerung groß, wird Bunte in einer Pressemitteilung des Kreises zitiert.

Matthias Wiechmann und Jörg Müller kündigten unterdessen an, in Gesprächen mit Eltern aus benachbarten Stadtteilen und der Stadt Korbach selbst für die Rhenaer Schule zu werben, um durch es durch weitere Anmeldungen möglich zu machen, zwei Klassen zu bilden.

„Mehr Geborgenheit“

Kleine Systeme, so Wiechmann, würden in der Pädagogik nicht hinter großen Systemen zurückstehen. Sie böten andererseits mehr Geborgenheit und Zuwendung, was insbesondere in der Grundschule wichtig sei. Der Schulbericht habe der Astrid-Lindgren-Schule erst kürzlich eine hohe Qualität bescheinigt.

Kubat sagte zu, sich weiter für den Erhalt der Schule einzusetzen. Als aktiver Verfechter für die Stärkung des ländlichen Raums sei ihm bewusst, welche Bedeutung die soziale Infrastruktur für die kleinen Orte habe und was bei Wegfall von Schule und anderen Einrichtungen an Erosionen zu befürchten sei.

„Gerechten Ausgleich finden“

Der Landrat erklärte aber auch, dass die Stärkung einer Schule nicht über Gebühr zu Lasten einer anderen Schule gehen dürfe, sondern das im gerechten Ausgleich nach tragfähigen Lösungen gesucht werden müsse.

Ein Elternabend an der Astrid-Lindgren-Schule ist für Montag, 13. März, geplant. Vertreter des Schulamtes und des Landkreises berichten über den aktuellen Stand und seine Folgen. Auch Kubat sagte sein Kommen zu, in der Hoffnung, eine positive Nachricht aus Wiesbaden im Gepäck zu haben.

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