Korbach

Ausstellung „Ausplünderung der Juden“ zeichnet ab Sonntag deren Lebenslinien in der Region nach

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- Korbach. Der Beginn war harmlos. Edmund Mosheim führte ein kleines Eisenwarengeschäft am Übergang von der Korbacher Alt- zur Neustadt und wunderte sich womöglich, dass die Kunden ausblieben.

Als ALS-Absolvent Anfang des 20. Jahrhunderts hatte er viele Freunde in Korbach, für sein Heimatland war er in den Ersten Weltkrieg gezogen. Man kannte und grüßte sich. Doch dann änderte sich das Klima. Der Laden in der Professor-Bier-Straße 15 warf seit 1935 immer weniger Gewinn ab, die Sparreste der Familie mussten nach und nach aufgezehrt werden. Ganz allmählich hatten die Mosheims immer weniger Freunde, am Ende gar viele Gegner.

In der Kirchstraße 13 pferchten sie die Behörden mit anderen jüdischen Familien zusammen. Hab und Gut mussten sie abgeben. Dann, es war der 7. September 1942, verließen sie ihr Korbach, das vielen Generationen Heimat gegeben hatte. In Auschwitz wurden sie von den KZ-Bediensteten ermordet.

Das war das Ende der Korbacher Familie Mosheim – und des jüdischen Lebens in der Stadt. Zurück blieben unterdrückte Erinnerungen, die Hinterlassenschaften der Mosheims – und Berge von Akten und Dokumenten. Vor allem die Finanzämter führten penibel Buch über die „Ausplünderung der Juden“. So lautet der Titel der Ausstellung, die am Sonntag im Wolfgang Bonhage-Museum eröffnet wird.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, den 5. November 2010.

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