Jahrestreffen der Vertragslandwirte in den „Kooperationsprojekten“ für drei Wasserschutzgebiete

Axel Friese zum Ehrenmitglied ernannt

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EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller überreichte Axel Friese die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied der „Kooperationsprojekte“ für drei Wasserschutzgebiete rund um Korbach.

Korbach - Die „Kooperationsprojekte“ für die Wasserschutzgebiete Enser Scholle, Teichmühle und Pepölterkopf sowie für das Gebiet im Norden der Meineringhäuser Quelle haben seit Dienstag ein Ehrenmitglied: den ehemaligen Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft in der Kreisverwaltung, Axel Friese.

Beim Jahrestreffen im Vortragsraum der Energie Waldeck-Frankenberg überreichte ihm der EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller eine Urkunde, Blumen und ein Präsent.

„Fairer Helfer beider Seiten“

Fast 20 Jahre habe Friese die Projekte im Kreis begleitet, erklärte Schaller. Er sei ein „fairer Helfer beider Seiten“ gewesen. „Es ist viel passiert in der Zeit, vieles wäre ohne Axel Friese nicht gelaufen.“ Für dieses langjährige Engagement überreichte ihm Schaller die Ernennungsurkunde, die Landwirte im Saal applaudierten - Friese genießt in ihren Reihen hohen Respekt.

Friese habe in den Arbeitskreisen konstruktiv mitgewirkt und die Treffen begleitet, sagte Schaller der WLZ. Besonders Feldbegehungen hätten ihm am Herzen gelegen. Als Amtsleiter habe Friese bei Antragsstellungen und bei der Agrarförderung „mögliche Wege geebnet“ und dadurch die „Anknüpfungspunkte“ zu den Projekten optimiert. Die Arbeitsgruppen der drei Projekte um Korbach hatten bei ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, Friese zum Ehrenmitglied zu ernennen.

„Beim Wasser muss man einen langen Atem haben“, erklärte Friese. Er verwies auf die vielen Neuerungen beim Grundwasserschutz, schmunzelnd fügte der ausgewiesene Fachmann hinzu: „Ich bin froh, dass ich es nur noch ehrenamtlich machen muss.“ Aber dank der Ehrenmitgliedschaft könne er jetzt ja „jederzeit wiederkommen“.

Die drei Projekte haben das Ziel, eine gute Qualität der Trinkwasserquellen rund um Korbach zu sichern. Im Rahmen einer vertraglichen Zusammenarbeit verpflichten sich Landwirte, in den Schutzgebieten nur extensiv zu wirtschaften. So ist eine Düngung nur begrenzt möglich. Dies soll dazu beitragen, etwa den Nitratgehalt im Wasser niedrig zu halten. Als Ausgleich für Ertragsverluste gibt es jährliche Zahlungen.

In den drei Schutzgebieten bewirtschaften derzeit rund 200 Landwirte eine Fläche von 5000 Hektar. Das Ingenieurbüro „Schnittstelle Boden“ aus Ober-Mörlen unterstützt sie, es untersucht die Böden und stellt den Bauern die Ergebnisse zur Verfügung, es gibt ihnen Düngeempfehlungen und Anbauinformationen. Dieses Modell funktioniert, wie auch am Abend deutlich wurde: Dr. Matthias Peter vom Ingenieurbüro stellte die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen vor. Im vorigen Herbst hatten Fachleute Proben genommen und die Werte mit den Vorjahren verglichen. Die Landwirte legten ihre Karteibögen und Feldbücher vor. Dr. Peter erläuterte den Stand:

Im Brunnen Teichmühle sei seit Beginn der Zusammenarbeit ein sinkender Trend beim Nitratgehalt festzustellen. Für den Twistetaler Brunnen am Pepölterkopf seien derzeit keine „Trendaussagen“ möglich, weil die Werte zu stark schwankten.

Der Brunnen der Wasserverbände Eisenberg und Upland in der Enser Scholle weise nur geringe Schwankungen auf.

Für die Meineringhäuser Quelle sei das Projekt noch zu jung, um „Trendaussagen“ treffen zu können.

Insgesamt gelte: Im vergangenen Herbst seien die Reststickstoffgehalte wegen einer Periode mit warmem Wetter und gut durchfeuchteter Böden höher als im Vorjahr gewesen. Aber da der Winter wieder mild ausgefallen sei, hätten die Pflanzen den Stickstoff auch aufnehmen können. Deshalb sei nicht zu erwarten, dass mehr Nitrate ins Grundwasser gelangen.

Verbesserungen besprochen

In der Diskussion besprach Dr. Peter mit den Landwirten, wo noch Verbesserungen möglich sind. Weitere Themen des Abends waren die „Greening“ genannten Leitlinien der EU-Agrarförderung bis 2020 und ein umstrittenes Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Dauergrünland.

Die EWF betreut die Projekte und ist auch Projektträger bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Das Land finanziert die Beratung, die für mehr Grundwasserschutz sorgen soll. (-sg-)

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