Konzert des Korbacher Sängerbezirks mit zwölf Chören in der Nikolaikirche

Von Barockstücken bis Pop und Schlagern

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Die Gastgeber des Bezirkschorkonzerts in der Korbacher Nikolaikirche: der 20 Jahre junge „gemixte“ Chor „Haste Töne“. Mehr als 60 Aktive zwischen elf und 70 Jahren gehören ihm an. Sie gaben bei zwei Auftritten Einblicke in ihr breites Repertoire..Fotos: -sg-

Korbach - Wie vielseitig und lebendig Chorgesang sein kann, zeigten die zwölf Gruppierungen beim Bezirkskonzert am Sonntag. Mit viel Freude trugen sie Werke aus vier Jahrhunderten vor.

Die Vorsitzende des Korbacher Sängerbezirks, Annelies Weibel, brachte es nach dem mehr als zweistündigen Programm auf den Punkt: „Ich bin ergriffen von diesem Chorkonzert.“ Das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Nikolaikirche habe „schöne Lieder gehört.“ Die Besucher quittierten diese Aussage zur Bestätigung mit viel Applaus.

Weibel gratulierte dem „gemixten“ Chor „Haste Töne“ zu seinem 20-jähriges Bestehen - aus diesem Grund hatten die mehr als 60 Männer und Frauen um Chorleiterin Lisa Herrlich die Vereine des Korbacher Bezirks zum gemeinsamen Konzert ins Gotteshaus geladen. Durchs Program führten Theresa Frese und Liz Bischoff.

Popsongs zum Auftakt

Die Gastgeber eröffneten den Nachmittag mit drei als Popsongs bekannten Liedern. Ihre einfühlsame Interpretation von „Feelin’ Groovy“ und „Scarborough Fair“ stand der Version des amerikanischen Folk-Rock-Duo Simon & Garfunkel in Nichts nach. An der Gitarre: Alexander Kraus. Der Tophit „Turn! Turn! Turn!“ der „Byrds“ aus dem Jahr 1965 basiert auf einem Text des Alten Testaments.

Im reizvollen Kontrast dazu intonierte der Korbacher Männergesangverein „Harmonie“ unter der Leitung von Günter Retzlik mit „Im Walde“ einen Lobgesang auf Gottes Schöpfung, bevor er zart die „Mondnacht“ des Romantikers Joseph von Eichendorff erklingen ließ.

Mit „One Way Wind“ entführte der gemischten Chor aus Nordenbeck mit seiner Leiterin Carmen Lindemann das Publikum wieder in die Moderne. Mit dem gemischten Chor aus Helmscheid ließen die Nordenbecker zwei deutsche Rocksongs folgen. Marius Müller-Westernhagens Hymnus „Freiheit“ präsentierten sie dabei eher bedächtig, was durchaus zum Text passte.

Lindemann leitete auch die beiden Frauenchöre aus Mühlhausen und der „Aartalsimmen“ aus Eppe und Nieder-Scheidern. Herzlichen Applaus gab es vor allem für das Lied „Küß mich, halt mich, lieb mich“ von Ella Endlich, das 2009 durch den Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ populär geworden ist. Harmonisch erschallten auch die Stücke „Der Schlüssel zum Glück“ und „Schritte wagen“ durch das Gotteshaus. - Der Mühlhäuser Männergesangverein für sich gilt schon als stimmgewaltig, am Sonntag trat er unter der Leitung von Lisa Herrlich mit den Sangesfreunden aus Strothe auf. Ob das durch Freddy Quinn bekannt gewordene „Schön war die Zeit“ oder „Irgendwo auf der Welt“ von den „Comedian Harmonists“: Die Männer boten mitreißende Interpretationen. Beim Lied „Wo die roten Rosen blühen“ überzeugte Roelof Dingel mit einem Solopart.

Kunstvolle geistliche Lieder

Passend zur prächtigen Kulisse der Kirche bot der Chorhelferchor des Waldeckischen Sängerbundes unter der Leitung von Olaf Schillmöller kunstvoll drei geistliche Stücke der großen Komponisten Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach und Joseph Haydn. Die Anerkennung des sachkundigen Publikums war ihm sicher.

Des Themas „Zeit“ nahm sich der gemischte Chor Eisenberg/Goldhausen bei seinen beiden nachdenklichen Stücken „Ich wünsch Dir Zeit“ und „Meine Zeit“ an, Arno Hutwelker dirigierte die rund 20 Männer und Frauen, die ein beachtlich volles Klangbild boten.

Hutwelker leitet auch den „d‘a Chor“, der für seinen Auftritt einen Riesenapplaus erhielt: Die zehn jungen Männer und Frauen bewiesen, dass es keinesfalls einer großen Sängerschar bedarf, um ein Kirchenschiff akustisch auszufüllen. Besonders das sanft dargebotene sehnsuchtsvolle „Weit weit weg“ des österreichischen Liedermachers Hubert von Goisern beeindruckte. Leicht-beschwingt kamen Adels bekanntes „Someone like you“ und „Fly with me“ daher. Hutwelker begleitete am Piano. - Mit einer stattlichen Zahl Aktiver füllte der gemischte Chor „Eintracht“ aus Korbach den Altarraum. Auch er hatte passend zum Konzert in der Kirche drei geistliche Stücke ausgewählt. Unter der Leitung von Adolf Schneider beschwor er kraftvoll auf Deutsch und Lateinisch „Lobet den Herren“ - „Laudate Dominum“. Bei „Christus, dein Licht“ und „Herr, dein Lob soll erklingen“ nach einer Melodie des englischen Barock-Komponisten Henry Purcell begleitete Ingeborg Reuter am Klavier.

Auch die Gastgeber sangen zum Abschluss mit „Worte zum Leben“ ein geistliches Stück. Pfarrerin Manuela Mohr von der Nikolaigemeinde zählt zu den Aktiven. Sie sprach den Segen. Gewissermaßen als Antwort intonierte „Haste Töne“ zum Finale: „Geh unter der Gnade, geht mit Gottes Segen, hör auf Gottes Wort.“ Weibels Fazit: „Ich bin froh, Ihren Chor in unser Mitte zu wissen.“

Von Dr. Karl Schilling

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