Korbacher Kunstwoche endet mit bunter Finissage

Battenbergerin gewinnt Kunstpreis

Korbach - Zum Mitmachen, Staunen und Entdecken waren die Korbacher am Samstag eingeladen: Zum Ende der Kunstwoche rückten Hanse und Jury während der Finissage die Werke und ihre Schöpfer noch mal in den Mittelpunkt. Der Kunstpreis ging an Carmen Kirchhain für ihre Fotografien hessischer Volkstrachten, zweiter Sieger ist Hermann Rommel. Sonderpreise gab es für Klarissa Brüne und die Grundschule in Höringhausen.

Carmen Kirchhain strahlte. Mit ihren Fotografien hessischer Volkstrachten unter dem Titel „Offgesetz & Bortefirwes“, die während der Kunstwoche in der Stadtbücherei gezeigt wurden, gewann sie den Kunstpreis der Korbacher Hanse. „Ganz im Sinne des Mottos Zeitzeichen stellt die Fotografin ihre Porträtserie in den Spannungsbogen zwischen Tradition und Gegenwart“, lobte die Jury. Die Künstlerin spüre dabei der identitätsstiftenden Rolle von Trachten ebenso nach wie der scheinbar überdeckten Individualität der Porträtierten. Den „Pokal“ für die Künstlerin stiftete der Lions Club: Christian Schnatz aus Dorfitter hatte einen Olifanten aus Stahl geschaffen und mit ihm eine Erinnerung an den Roland als Symbolfigur der Hansestadt. Die kompletten ausgelobten 3000 Euro erhielt die Battenbergerin aber nicht – sondern 1500 Euro. Denn die Jury, zu der neben Dr. Rolf Luhn von der Sparkassenversicherung auch die Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Dr. Birgit Kümmel gehörten, hatten neben einem zweiten Preis auch zwei Sonderpreise festgelegt. Den zweiten Preis und 1000 Euro erhielt Hermann Rommel, der in der Parfümerie Aurel „einen kleinen Versuch einer privaten Archäologie“ gezeigt hatte. Zufällig überlieferte Fundstücke des Alltags und dennoch ein Spiegel von Kultur und Geschichte einer Gesellschaft – freute sich die Jury. Die Sonderpreise gingen an Klarissa Brüne aus Volkmarsen für ihre „farbig abgestuften und kontrastreichen Bilderfindungen“ und an die Grundschule Höringhausen, deren Schüler aus alten Schuhe neue Kunstwerke geschaffen hatten. Die Sonderpreise waren jeweils mit 250 Euro dotiert.Lothar Salokat, Schirmherr der Kunstwoche und Hanse-Chef Jürgen Tent zogen dann ein positives Fazit: Die Rückmeldung der Einzelhändler sei sehr positiv, die Kunstwoche ein wichtiger Mosaikstein des Stadtbildes. Und auch Bürgermeister Klaus Friedrich lobte: „Kunst ist nicht mehr nur im Museum zu sehen, sondern im öffentlichen Leben“. Bunt und vielseitig zeigte sich die Stadt auch während der Finissage:Philipp Hiller brachte mit begeisterten Jugendlichen und Sprühdosen Farbe auf zwei triste Wände in der Fußgängerzone, vor dem Rathaus entstand ein Kunstwerk, das sich als Bratwurst entpuppte und zugunsten der Kinderkrebshilfe versteigert werden soll, und in der Innenstadt mischte sich Live-Musik von den Papa Belas Dixie Kings mit Gemurmel über die Kunstwerke in den Geschäften. (resa)

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