Kirchenkreisamt: Fundament des Altbaus mit Stahlbeton stabilisiert

Bauarbeiten wieder im Zeitplan

Korbach - Der Rückstand auf der Baustelle am Kirchenkreisamt ist wieder aufgeholt. Eine unliebsame Überraschung im Untergrund hatte zuvor den Zeitplan durcheinander gewirbelt: Der Altbau war auf Erdboden gegründet und nicht auf Fels.

Der Blick in den Untergrund hatte nach dem Abriss des 1968 errichteten Anbaus die ungeplante Verzögerung zur Folge: Der Altbau des Dekanats am Kilian war mit einer Bruchsteinmauer auf Erdboden gegründet, nicht auf Fels. Der harte Kalkstein der Korbacher Altstadt liegt rund einen Meter darunter. Um das Fundament zu verstärken, musste das untere Mauerwerk aus Bruchstein mit Streifen aus Stahlbeton unterfüttert werden. „Dadurch waren die Bauarbeiten vier Wochen in Verzug geraten, das ist mittlerweile aber wieder aufgeholt“, sagt Bernd Merhof, Leiter des Kirchenkreisamtes. Ziel bleibt, den Einzug im Spätherbst 2015 zu schaffen. Bis Ende 2015 hat das Kirchenkreisamt das Übergangsquartier in der ehemaligen Polizeistation in der Hagenstraße angemietet. Das Erdgeschoss des neuen Anbaus ist bereits gemauert, aktuell laufen die Arbeiten am ersten Obergeschoss. „Bis Ende nächster Woche soll die nächste Decke betoniert sein“, sagt Isolde Grosche vom Ingenieurbüro Kepplin+Kampkötter. Bis zum Ende des Jahres sollen der Rohbau des Anbaus und die Außenhülle des Altbaus fertig sein. Im Winter liegt der Schwerpunkt auf den Arbeiten im Inneren. Parallel zum Neubau wird bereits auch im Altbau gearbeitet, der inzwischen komplett ausgeräumt und entrümpelt ist. Teilnehmer des Kurses BVB-Reha vom Berufsförderungswerk des Handwerks hatten dabei unentgeltlich geholfen. Der ursprüngliche Charakter der Räume soll weitestgehend erhalten bleiben. „Die alten Türen und zum Teil auch die alten Fußleisten bleiben erhalten und werden aufgearbeitet“, erklärt Merhof. Sie stammen noch aus dem Jahr 1897, als das damalige Pfarr- und Gemeindehaus der Kiliansgemeinde nach Plänen des Architekten August Orth gebaut wurde. In den kommenden Wochen wird im Altbau außerdem ein Musterraum eingerichtet, um die Möblierung und Ausstattung zu testen.Mit Umzügen und zusätzlichem Mobiliar summieren sich die Kosten für den Umbau auf insgesamt 2,1 Millionen Euro. Dafür entstehen geräumige Büros für gut 40 Mitarbeiter, Besprechungs- und Sozialräume und ein neuer großzügiger Eingangsbereich. Der komplette Gebäudekomplex aus Alt- und Neubau bekommt eine neue Gasheizung, moderne Brandschutztechnik und eine neue Elektrik und wird barrierefrei sein. Dafür sorgt unter anderem ein Aufzug. Von Lutz Benseler

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