Bischof Dr. Martin Hein ermutigt „Spring“-Teilnehmer zum Kontakt mit Muslimen

„Begegnung baut Angst ab“

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Sprachen über Mission, Toleranz und den Islam: (v. l.) Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Ansgar Hörsting, der Theologe und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen - Nicht übereinander reden, sondern in der Begegnung von Mensch zu Mensch erfahren, was anderen ihre Religion bedeutet: Bischof Dr. Martin Hein ermutigte die Teilnehmer des „Spring“-Festivals, den persönlichen Kontakt zu den in Deutschland lebenden Muslimen zu suchen. „Begegnung baut Angst ab.“

Mission, Toleranz und der Umgang mit dem Islam waren die Themen der Talk-Runde, die am Freitagabend mehrere Hundert interessierte Zuhörer anlockte. Als Gäste auf dem Podium begrüßten die Moderatoren Thomas Joussen und Daniela Knauz neben dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck den Theologen und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher und den Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und Präsidenten der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Ansgar Hörsting.

Weltmissionskonferenz

Das Thema „Mission“ spielt in Willingen eine besondere Rolle. 1952 fand in der Uplandgemeinde die Weltmissionskonferenz statt. 50 Jahre später, im Sommer 2002, rückte das Dorf beim Missions-Festival erneut in den Blickpunkt einer Veranstaltung mit Gästen aus aller Welt, bei der übrigens auch Bischof Dr. Martin Hein schon mit von der Partie war.

Zu den Gästen zählte damals auch der Bischof der namibischen Partnerkirche, Dr. Zephania Kameeta, der im vergangenen Monat in seinem Heimatland zum Minister für Armutsbekämpfung und soziale Wohlfahrt berufen wurde (die Waldeckische Landeszeitung berichtete darüber) und der noch immer gern an die Tage im Upland zurückdenkt.

„Mission gehört zur Kirche, denn die Kirche verdankt sich dem Auftrag zur Mission“, betonte Bischof Dr. Hein bei der Talk-Runde am Freitag im „Sauerland Stern Hotel“. „Die frohe Botschaft Jesu richtet sich an alle.“

Mit Reden überzeugt man seiner Meinung nach jedoch niemanden: „Entscheidend ist das Zeugnis des eigenen Lebens.“ In anderen Kulturen könnten die dort bestehenden christlichen Kirchen dieses Zeugnis ablegen. Es sei besser, sie zu unterstützen als Menschen von außen hinzuschicken, die möglicherweise nur Aggressionen wecken würden.

„Als Christen outen“

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es im Umgang mit den in Deutschland lebenden Muslimen wichtig ist, Spannungen und Vorurteile abzubauen. Die stärksten Vorbehalte seien bei jenen Menschen zu finden, die keine unmittelbaren Berührungspunkte hätten, so Dr. Hein. Es gebe jedoch keinen Anlass, vor Muslimen Angst zu haben. Gleichzeitig ermutigte er die Teilnehmer, sich unverkrampft als Christen zu outen. „Und trauen Sie Gott ganz viel zu.“

Das Gemeinde-Ferien-Festival, das zum sechsten Mal im Weltcup-Ort stattfand, ging am Samstag mit zwei festlichen Gottesdiensten zu Ende.

Von Ulrike Schiefner

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