Interview mit Conti-Chefentwickler Professor Burkhard Wies

"Bei Innovationen ist Korbach ganz vorne dabei"

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Korbach - Burkhard Wies leitet die weltweite Reifenlinien-Entwicklung bei Conti. Der promovierte Physiker wurde 2015 zum Honorarprofessor der Universität Hannover berufen. Mit ihm sprach WLZ-FZ-Redakteur Thomas Kobbe.

Der neue Conti Sport Contact 6 ist am Start. Was bedeutet dies für den Produktionsstandort Korbach?

Prof. Wies: Im High Performance Technical Centre (HPTC) in Korbach werden ab 2016 Hochleistungsreifen produziert. Der Sport Contact 6 wird dabei künftig eine bedeutende Rolle spielen. Wir zielen in Korbach aber hauptsächlich auch auf die Erstausrüstung. Weil die Produktion uns mehr Möglichkeiten geben wird, Reifen so zu tunen, dass die Erstausrüster auch zufrieden sind.

Wie kam es zu der Entscheidung, 45 Millionen Euro zu investieren und das HPTC in Korbach zu bauen?

Dafür sprach vor allem die Möglichkeit, dort künftig einen Großteil der rund 200000 Versuchsreifen in Serie bauen zu können, ohne den laufenden Produktionsbetrieb zu stören. Denn die Bedingungen in der klinischen Umgebung eines reinen Technikums unterscheiden sich oft sehr von der Großproduktion, wo vieles doch anders läuft. Wir wollen schwierige Technologieprogramme im Stadium der Vorentwicklung in das HPTC verlegen. Damit ist Korbach ganz vorne dabei, wenn es um Innovationen geht. Und das ist auch richtig so, dies an einem deutschen Standort anzusiedeln. Korbach ist dafür prädestiniert, weil dort schon immer sehr erfolgreich Kleinserien gefertigt wurden.

Zurück zum neuesten Conti-Produkt: Was muss ein Autofahrer in einen Sport Contact 6-Reifen investieren?

Je nach Dimension zwischen 300 und 500 Euro pro Reifen.

Im Hinblick darauf: Wo sehen sie das größte Marktpotenzial für diese Sportreifen?

Der Sport Contact 6 ist eine globale Reifenlinie, wird also auch beispielsweise in China verkauft. Ebenfalls in den USA, wo Sportwagen aus deutscher Produktion einen hohen Marktanteil besitzen. Aber das größte Volumen liegt im deutschen Markt, gefolgt von Absatzmärkten in Großbritannien, Frankreich oder auch Italien.

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