Tag der Blockflöte: Ein Instrument kämpft um sein Image

„Bei uns quietscht nichts“

- Folterinstrument oder Einstiegsdroge? Die Blockflöte kämpft mit ihrem Image. Die Musiker eines Korbacher Ensembles erzählen pünktlich zum „Tag der Blockflöte“ von der Faszination des vielseitigen Instrumentes.

Zwischen der kleinsten und der größten Blockflöte liegt ein knapper Meter. „Und doch ist die Verwandtschaft vom Garklein-Flötlein und dem Sub-Bass offensichtlich“, sagt Barbara Gerhold. Der Block im Mundstück beweist es. Dort entstehen die Töne, dort entsteht die Musik. Und dort erklärt sich auch die Entstehung des Namens. Zum „Tag der Blockflöte“ haben die Mitglieder des Korbacher Ensembles alle acht Instrumente, die bei ihnen zu Wort kommen, zusammengeholt – das rund 17 Zentimeter lange Garklein-Flötlein, Sopranino, Sopran-Flöte, Alt-Flöte, Knick-Tenor, Knick-Bass, Groß-Bass und Sub-Bass. Nur der Riese unter den Blockflöten unterscheidet sich rein äußerlich von den Familienmitgliedern: „Weil er so eckig und aus hellem Holz gebaut ist, nennen ihn Spötter auch den ‚Ikea-Bass‘“, erklärt Barbara Gerhold. Er funktioniert aber wie die anderen: Im schmalen Windkanal des Mundstücks gerät der Luftstrom in Schwingung, so dass die Luft abwechselnd ins Innere der Flöte und nach außen strömt. Klingt simpel, ist es auch. „Deswegen spielen wohl auch viele Kinder das Instrument“, sagt Barbara Fischer-Jahn. Alle Mitglieder des Blockflöten-Ensembles haben als Kind das Spiel auf der Sopranflöte gelernt. „Dann lag sie 30 Jahre im Schrank, bevor ich wieder angefangen habe“, erzählt Cornelia Eltze. Und so geht es den meisten Erwachsenen, die schließlich zur Blockflöte zurückfinden – und dann auch gerne zu den größeren Flöten greifen. „Kennste eine, kennste alle“, gilt hier allerdings nicht. Denn die Familie der gängigen Blockflöten unterscheidet sich in C- und F-Flöten. „Einmal gelernt, findet man aber schnell zu den Griffen zurück“, erzählt Irmgard Brachmann. Das macht den Weg zum Ensemble umso leichter: „Ich wollte als Erwachsene nicht wieder langen Einzelunterricht und viele Übungsstunden, sondern ich wollte gerne Spaß in einem Ensemble haben“, erzählt Barbara Fischer-Jahn, „und das war mit der Blockflöte schnell möglich.“ Vierstimmig erklingen die Flötenmelodien im Ensemble inzwischen: „Und bei uns quietscht nichts“, sagt Barbara Gerhold schmunzelnd. Das liegt auch daran, dass die Musiker häufig zu den tiefen Instrumenten greifen – je größer die Instrumente, umso tiefer ihre Töne. „Das ist ein schöner und warmer Klang“, schwärmt Annette Heßler. Der allerdings auch Training braucht: Der Ton entstehe schließlich mit Hilfe des ganzen Körpers. Und das ist Übung – bis Stücke von Pipi Langstrumpf bis hin zu Renaissance-Tänzen, von Tangos bis Pink Panther erklingen. Und was entgegnen sie den Kritikern, die die Blockflöte als quietschendes Folterinstrument in Erinnerung haben? „Na, unsere Musik.“Wer montags von 19.30 bis 21 Uhr mitspielen möchte, kann sich bei der Musikschule (05631/63423) melden. Von Theresa Demski

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