Adventskonzert der Alten Landesschule mit Instrumentalisten und Chorgesang

Beifall für volle Klangpracht

„Last Christmas“ von George Michael: Der Auftritt des gemischten Chores weckte schon Vorfreude auf das nächste Konzert der ALS.

Korbach. - Die Kilianskirche war Schauplatz des Adventskonzerts der Alten Landesschule. Instrumental-Ensembles und Chöre sorgten für einen kurzweiligen Abend.

Advent habe immer auch mit Erwarten zu tun, Wartezeit könne man totschlagen oder als eine erfüllte Spanne erleben, so Direktor Robert Gassner in seiner Begrüßungsansprache. Die jugendlichen Musiker des Korbacher Gymnasiums sorgten für einen unterhaltsamen Abend, in dessen Verlauf die Wartezeit von einem gelungenen Auftritt zum nächsten nicht allzu lang wurde.

Als schmissige Ouvertüre zum facettenreichen Adventsprogramm spielte das Bläservororchester unter der Leitung von Marco Werchner „White Christmas“. Mit „Jingle Bells“ legte die von Michael Kuhaupt unterrichtete Saxofongruppe I gleich den nächsten Winterklassiker aus der neuen Welt nach, während die Trompetengruppe von Rouven Tewes mit hellen Klängen und „O du fröhliche“ die deutsche Weihnacht einläutete.

Die Flötengruppe von Alexandra Jost beendete mit „We wish you a merry Christmas“ erst einmal den vorweihnachtlichen Reigen. James Horners „My ­Heart will go on“ in der Interpretation durch das Bläservororchester gehört zwar nicht zum Kanon, vertiefte aber trotzdem die feierliche Stimmung.

Was Weihnachten seit über 2000 Jahren nicht alles aushalten muss, war Gegenstand der Lesung von Pfarrer Heßler, der einen ebenso nachdenklich stimmenden wie erheiternden Text von Iris Berben ausgewählt hatte.

Zur Einkehr mahnten auch die stilleren Momente, die Tobias Hecker mit der Gitarrengruppe einstudiert hatte. Besonders eindrucksvoll geriet das ruhige „Stille, stille, kein Geräusch“.

„Juolopokki“ lautete der Titel des heiteren finnischen Tanzes ,mit dem Christine Theweleits Instrumentalensemble einen feinen Kontrast setzte. Weihnachtlich gestimmte Klänge gehörten auch zur Ouvertüre zu Olaf Schillmöllers Singspiel „Horatius Habguts größtes Geschäft“, die das Streicherensemble mit Kathrin Lange am Pult und Katharina Lesser am Piano unter der Stabführung des Komponisten darbot. Der Unterstufenchor weckte mit dem dramatischen „Kaufrausch“ und dem besinnlichen Schluss­chor „Weihnachtszeit, schöne Zeit“ noch einmal Appetit auf die letzte Aufführung.

Mit dem strahlenden „Starlight“ für Vocalensemble und Instrumentalisten hatte der vom Leistungskurs Musik unter der Leitung von Silvia Grebe begleitete Kammerchor eine Uraufführung im Programm. Die atmosphärische Komposition erwies sich als Glanzlicht der zweiten Hälfte.

Dunkler gestimmte „Jingle Bells“ läuteten den Beitrag des Blechbläserensembles unter der Leitung von Rainer Horn ein, der ein hymnisches „Les Anges dans nos Campagnes“ folgen ließ. Flott gespielte Spirituals bestimmten den Set des ebenfalls von ihm geleiteten Saxofon­ensembles, der mit „Joshua fit the Battle of Jericho“ eindrucksvoll ausklang.

Zwei Tage nach dem großen Konzert in St. Marien bot der gemischte Chor zum Abschluss des Adventskonzerts einen kleinen Nachhall: Larissa Niederquell an der Solo-Oboe spielte die Intermezzi zwischen den Strophen beim englischen Weihnachtslied „The first Noel“. Für George Michaels „Last Christmas“ wurde das Instrumentalensemble um Schlagzeug erweitert, der fehlende Baustein zu einem eindrucksvollen „Wall of Sound“ in der Nachfolge von Phil Spector.

Barocke Lebhaftigkeit kennzeichnet das Orchestervorspiel zu Antonio Vivaldis „Gloria“. Mit dem Einsetzen des Chores gesellte sich auch noch die volle Klangpracht hinzu. Lebhafter Beifall war der Lohn.

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