Korbach

Für beinahe jeden Ernstfall gerüstet

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- Korbach (resa). Geträumt hat Hans-Joachim Kegel von einem großen Übungsplatz hinter dem Haus schon lange. Inzwischen hat das THW damit begonnen, die Ideen zu verwirklichen. Das Projekt wird am Ende rund 85 000 Euro kosten.

Wenn die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks ausrücken, dann erwartet sie meistens eine Extremsituation: Menschen, die unter eingestürzten Häusern vergraben sind, kämpfen um ihr Leben. Gleitschirmflieger warten in Elektromasten auf Rettung oder Überflutungen drohen.

Die Gänge zur Rettung sind oft eng, die Trümmer gefährlich und die Höhen scheinen unüberwindbar. „Natürlich hat man dann Angst“, sagt Hans-Joachim Kegel, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) in Korbach, „aber wir müssen diese Angst überwinden“. Und um den Kameraden dabei zu helfen und auch Mitarbeitern der Höhenrettung und der Feuerwehr dabei unter die Arme zu greifen, bauen die THWler einen großen Übungsplatz hinter ihrem Stützpunkt in der Briloner Landstraße.

„Geträumt habe ich davon schon lange“, sagt Kegel, „aber erst nach dem Umzug in unseren neuen Stützpunkt konnten wir unsere Ideen umsetzen“. Denn jetzt hat das Technische Hilfswerk den Platz – gleich hinter der alten Druckerei lag freies Gelände. Darauf allerdings türmten sich viele Tonnen Erdaushub aus vergangenen Zeiten. „Das passte einfach nicht zum Rest des Erscheinungsbildes“, sagt Kegel, „und außerdem war das Gelände optimal, um hier unseren Übungsplatz einzurichten.“ Also schafften die fleißigen Mitglieder mit viel Unterstützung und zwölf kostenlos zur Verfügung gestellten Lastwagen den Bauschutt vom Gelände.

Dann wurden konkrete Pläne geschmiedet: Die Helfer errichteten eine Gleisanlage, auf der ein alter Wagon der Eisenbahnfreunde Korbach/Arolsen Platz fand (wir berichteten). Den nutzen nicht nur die Helfer des Technischen Hilfswerks für ihre Übungen, sondern auch die Feuerwehr. Viel Unterstützung erhalten Als nächstes standen Tiefbauarbeiten an: Ein sechs Meter tiefer Schacht wurde errichtet, der mit einem Kanaldeckel verschlossen wurde. Statt einer Leiter ist hier die richtige Abseiltechnik gefragt – vor allem wichtig, wenn Menschen im Kanal auf Hilfe warten. Hier haben auch bereits die Kameraden der Feuerwehr Übungsstunden angekündigt.

Und ebenso wie es in die Tiefe geht, ermöglicht der neue Platz auch die Übung der Höhenrettung. „Gemeinsam mit der EWF haben wir Gittermasten und Freileitungsbau errichtet“, erzählt Kegel. Auch hier trainieren die Retter den Ernstfall und bergen in Gefahr geratene Gleitschirmflieger.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 21. April.

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