Medebacher Spediteur will investieren · Trinkwasserschutz erschwert Pläne für Asylbewerber-Unterkunf

Belgische Kaserne: Lage unübersichtlich

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Schwieriges Terrain: die ehemalige belgische Kaserne in Korbach am Ortsausgang Richtung Flechtdorf.

Korbach - Seit fast zwei Jahren will der Medebacher Spediteur Dietmar Terakowski eine Unterkunft für Asylbewerber in der belgischen Kaserne errichten - doch das Terrain erweist sich als schwierig. Zwischenzeitlich ist sein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerutscht.

Terakowski ist Generalmieter des Geländes und hat dort auch seinen Fuhrpark stehen. Sein Plan für die leer stehenden Kasernengebäude: Rund 150 Asylbewerber sollen dort wohnen - wie schon einmal in den 90er-Jahren. Auf die Idee gebracht hatte ihn im Herbst 2012 das Bremer Unternehmen Human-Care, das bundesweit Gemeinschaftsunterkünfte betreibt und für den Landkreis Waldeck-Frankenberg nach geeigneten Immobilien sucht. Human Care hatte auch schon von 1992 bis 1994 die Asylbewerber in der belgischen Kaserne betreut.

Was schon einmal geklappt hatte, sollte doch auch diesmal wieder funktionieren, dachte sich der Unternehmer aus Medebach. Mehrfach schauten sich Vertreter des Landkreises und der Stadt Korbach das Gelände an. Sie hätten dabei zur Erkenntnis beigetragen, dass der Standort für eine Sammelunterkunft geeignet sei, sagt der Spediteur. Doch gut ein Jahr lang blieb es laut Terakowski bei Gesprächen. Erst im Oktober 2013 wies ihn die Kreisverwaltung auf ein geplantes Interessenbekundungsverfahren hin, in dem er sich bewerben könne. Terakowski reichte Unterlagen ein, beauftragte eine Architektin und stellte schließlich Anfang 2014 einen Bauantrag.

Ende Februar reagierte die Untere Wasserbehörde - und lehnte die geplante Nutzungsänderung ab. Das Problem: Das Kasernengelände liegt in der Trinkwasserschutzzone II. Dort herrscht generell Bauverbot, nur über eine Einzelfallprüfung kann das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilen.

Darüber hinaus sind die Abwasserkanäle undicht und müssen saniert werden. Bekannt ist das indes schon seit 2003: Damals wurden die Rohre mit einer Kamera inspiziert. Durch häufige Eigentümerwechsel sei die Sanierung aber verschleppt worden, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. 2005 hatte das Bundesvermögensamt die ehemalige Kaserne an einen privaten Investor verkauft. Derzeitiger Eigentümer des Geländes ist die Firma AWD mit Sitz in Korbach. Das Gelände steht seit 2013 allerdings unter Zwangsverwaltung.

Um eine Ausnahmegenehmigung für sein Projekt zu bekommen, müsste Terakowski nun ein hydrogeologisches Gutachten erstellen lassen, das mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser untersucht, und das Einvernehmen mit der Stadt Korbach herstellen, die einer Baugenehmigung zustimmen muss. Der Medebacher Spediteur steht inzwischen aber vor neuen Herausforderungen: Sein Unternehmen sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten, erklärt er.

Ihm bleibe der Eindruck, dass die von ihm geplante Unterkunft für Asylbewerber in der Stadt Korbach nicht gewollt sei und ihm Steine in den Weg gelegt würden, sagt Dietmar Terakowski. In der Vergangenheit sei ja schließlich vieles auf dem Kasernengelände möglich gewesen. Zu den Akten gelegt hat er seine Pläne aber noch nicht. (lb)

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