Spediteur plant Flaschensortieranlage und Sammelpunkt für Lkw-Fahrer

Belgische Kaserne wird Gewerbepark

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Die ehemalige Belgische Kaserne in der Flechtdorfer Straße soll als Gewerbepark wieder aufblühen.

Korbach - Neues Leben für die Belgische Kaserne: Spediteur Dietmar Terakowski aus Oberschledorn will das Gelände zu einem kleinen Gewerbepark entwickeln.

Seinen Fuhrpark mit den Sattelschleppern hat Dietmar Terakowski bereits aus dem Medebacher Ortsteil nach Korbach verlegt. „Die Verwaltung bleibt aber in Oberschledorn“, sagt der Inhaber der Firma TST Transport & Logistik. Offiziell zum 1. Juni steigt er als neuer Hauptmieter in der Belgischen Kaserne ein. Angestrebt sei aber, das Gelände zu erwerben, kündigt Terakowski an.

Dienstleister für Brauereien

Denn der Spediteur hat große Pläne für das weitgehend brach liegende Grundstück. So soll eine Sortieranlage für Leergut als Dienstleister für verschiedene Brauereien entstehen. „Eine Bauvoranfrage habe ich bereits gestellt“, sagt Terakowski.

Auch das frühere Lehrrestaurant „Isabell“ soll zu neuen Ehren kommen: „Im Gespräch ist, einen Sammelpunkt für Lkw-Fahrer, die zur Conti wollen, einzurichten. Dort können sie ihre Fahrzeuge abstellen und in der Wartezeit auch etwas zu essen und zu trinken bekommen.“ Für die Gastronomie sucht Terakowski noch einen Pächter. Geplant hat der Spediteur aus Oberschledorn außerdem eine Photovoltaikanlage.

Damit scheint neues Leben in die ehemalige Belgische Kaserne einzuziehen. Durch die Insolvenz der Beschäftigungsgesellschaft (BWF) vor zwei Jahren fehlte dem Gelände zuletzt ein Hauptmieter. Schwierige Eigentumsverhältnisse - um es vorsichtig auszudrücken - bereiteten zudem den verbliebenen Mietern Sorgen, ob sie ihre Räume und Flächen behalten können. Neben dem Verein der Hundefreunde Korbach nutzen unter anderem eine Fahrschule und der Modellbauverein „RCC-Car-Crew Korbach“ das Gelände. Besonders die Vereine schöpfen nun wieder Hoffnung: „Wir haben einiges in den Platz investiert“, sagt Andrea Mehring, Vorsitzende der Hundefreunde. Zwei- bis dreimal in der Woche trainieren die Mitglieder mit ihren Vierbeinern auf dem früheren Kasernengelände.

Gelände zwangsverwaltet

Eigentümer der Kaserne ist derzeit noch die Firma AWD mit Sitz in Korbach - nicht zu verwechseln mit dem von Carsten Maschmeyer gegründeten Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD). Der Finanzdienstdienstleister aus Hannover ist über die Namensgleichheit wenig amüsiert. „Wir versuchen, juristisch dagegen vorzugehen“, sagt Unternehmenssprecher Andreas Fischer. Der Konzern firmiert zwar seit April unter dem neuen Namen „Swiss Life Select“, möchte unliebsame Verwechslungen aber ausschließen.

Die Korbacher AWD hat indes kein glückliches Händchen mit der Vermarktung des Grundstückes bewiesen: Seit einigen Monaten steht die Belgische Kaserne unter Zwangsverwaltung. Im Gegensatz zu einer Zwangsversteigerung wird das Grundstück dabei nicht veräußert, sondern von einem Zwangsverwalter, den das Amtsgericht bestimmt, weiter bewirtschaftet. Der Eigentümer bleibt, die Mieteinnahmen fließen aber - nach Abzug der Bewirtschaftungskosten - direkt an die Gläubiger.

Mittlerweile sind sich Zwangsverwalter Mirko Gut (Frankenberg) und Dietmar Terakowski aber handelseinig geworden - und der Spediteur ist sich sicher, dem Gelände in der Flechtdorfer Straße eine neue Perspektive bieten zu können. „Zuletzt war das ja ein Schandfleck für Korbach“, sagt er. Das solle jetzt anders werden.(lb)

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