Wahlen und Ehrungen bei Jahreshauptversammlung der Vöhler Feuerwehren ·

Bernd Schenk neuer Gemeindebrandinspektor

Bei der Jahreshauptversammlung der Vöhler Feuerwehren gab es spannende Wahlen, verdiente Ehrungen und zufriedene Rückblicke. Fotos: Wilhelm Figge

Vöhl - Die Vöhler Feuerwehren trafen sich am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung und verabschiedeten nach 19 Jahren Berthold Schreiber als Gemeindebrandinspektor.Sein Nachfolger wurde Bernd Schenk.

Ein Meer aus blauen Uniformen füllte das Gemeinschaftshaus in Dorfitter: Zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Vöhl trafen sich am Freitag 130 Feuerwehrleute und Gäste. Im Vorjahr hatten 29 Personen weniger teilgenommen.

Gemeindejugendfeuerwehrwartin Miriam Mehring hob als Höhepunkte des vergangenen Jahres das Großzeltlager in Berndorf und das Gemeindezeltlager in Vöhl hervor. Die Jugendfeuerwehren der Gemeinde hatten 16 Austritte zu verzeichnen: „Eine Wettbewerbsgruppe kann kaum mehr eine Jugendfeuerwehr stellen“, sagte Mehring.

Alle Ortsteile sollten verstärkt dafür werben, in die Jugendfeuerwehren einzutreten - auch in Nachbarorten. Ein Vorschlag, dem der Kreisjugendwart Markus Potthof zustimmte: „Ganztagsschulen und G8 erfordern intelligente Konzepte.“

Der Gemeindeatemschutzgerätewart Marco Amert lobte die 68 Geräteträger in Vöhl. Insbesondere ihr Einsatz beim Brand in Basdorf sei sehr gut gelaufen. Er appellierte aber wie im Vorjahr zu mehr Eigenverantwortung: Die Untersuchung G26 sei wichtig und müsse rechtzeitig erneuert werden.

Anschließend berichtete der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk. Er hatte am 1. Dezember 2013 die Funktionen von Berthold Schreiber übernommen, der seinen Rücktritt angekündigt hatte. Ob die Ölspur auf der Bundesstraße oder der Brand in Basdorf, im vergangenen Jahr hätten die Vöhler Feuerwehrleute sich Herausforderungen gestellt, die sie „gemeinschaftlich und gemeindeübergreifend gelöst“ hätten. Zu insgesamt 114 Einsätzen sind sie ausgerückt: 93 Hilfeleistungen, 10 Brandeinsätze, fünf Fehlalarme und sechs Brandsicherheitsdienste. Besonders erwähnte Schenk die Kameraden, die nach Sachsen gefahren waren, um beim Hochwasser zu helfen - auch wenn die „Barrieren der Politik letztlich höher als die Sandsäcke“ gewesen seien. Auch die 113 Einsätze der fünf „First Responder“ hob er lobend hervor.

Durch neue Tragkraftspritzenfahrzeuge für die Wehren in Basdorf und Obernburg, die Übergabe des alten Basdorfer Modells an Asel und die Anschaffung einer Wärmebildkamera seien die Feuerwehren besser aufgestellt.

Der erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf stimmte zu, dass die neue Ausstattung die Motivation stärke. Erfolgreiche Teilnahmen an Leistungsübungen täten laut Schenk ihr Übriges: „Wer eine solche Übung beherrscht, kann locker einen Wohnungsbrand bekämpfen.“

Bürgermeister Matthias Stappert, der zu ersten Mal die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr seiner neuen Gemeinde besuchte, zeigte sich über die auf 256 gestiegene Zahl der Freiwilligen erfreut: „Als ich hierherkam, war ich überrascht.“ Die hohe Beteiligung sei heutzutage nicht selbstverständlich. Feuerwehr in der Fläche sei wichtig - auch bei mäßigem Kassenstand dürfe daran nicht gespart werden.

Kernpunkt des Abends war die Wahl eines neuen Gemeindebrandinspektors. Bernd Schenk stellte sich als einziger Kandidat zur Wahl, dennoch wurde eine geheime Abstimmung beantragt. Berthold Schreiber kritisierte dieses Vorgehen: „Sie müssen zusammen durchs Feuer gehen - da sollten Sie offen zueinander sein.“ 87 der 117 Wähler stimmten mit „Ja“ für Schenk, 26 mit „Nein“. Vier Stimmen waren Enthaltungen oder ungültig.

Auch bei der Wahl von Schenks neuem Stellvertreter wurde die Abstimmung geheim abgehalten. Der bisherige Gemeinde-atemschutzgerätewart Marco Amert erhielt 93 Ja-Stimmen. 24 Feuerwehrleute stimmten gegen ihn, einer enthielt sich. Um seinen frei gewordenen Posten bewarben sich Björn Knoche, stellvertretender Wehrführer in Schmittlotheim und an diesem Tag zum Brandmeister befördert, und Stefan Beckmann, Wehrführer in Obernburg und in der Atemschutzgerätewerkstatt tätig. 68 Stimmen gingen an Knoche, Beckmann erhielt 45. Drei der 119 Stimmzettel waren ungültig. Auch diese Wahl war geheim.

Nachdem der Vorstand wieder vollzählig war, folgte der emotionale Höhepunkt der Versammlung: Die Feuerwehren verabschiedeten Berthold Schreiber. „Wir haben deine ruhige, besonnene Art geschätzt“, erklärte ein bewegter Bernd Schenk. Sein Vorgänger habe stets den Konsens gesucht und alle Ortsteile gleich behandelt. Besonders um die Jugendfeuerwehr habe er sich verdient gemacht. Eine Bildershow mit Stationen aus Schreibers Feuerwehrlaufbahn sorgte für andächtiges Schweigen.

Die meisten Gäste nahmen den Abschied heiter. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick lud Schreiber zu den Seniorenfahrten des Verbandes ein - wenn seine Position als Digitalfunk-Ausbilder das zulasse. Und passend zur Bank, die die Jugendfeuerwehr ihm im September geschenkt hatte, erhielt Schreiber einen Gartentisch.

„Ich werde nichts aus der Zeit vergessen“, erklärte er. Leute, Wege und Gefahren: In den 19 Jahren habe er seine Heimat erst richtig kennengelernt. Von Wilhelm Figge

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