Selbsthilfegruppe „Darmgeschichten“ bietet Erfahrungsaustausch und Hilfe

Betroffene aus der Isolation holen

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Informieren, beraten, Hilfe bieten: Christiane Frank (r.) und Sabine Gräfe mit einem Teil der umfangreichen Fachliteratur.Foto: Kobbe

Korbach - Die Korbacherin Christiane Frank hat vor sechs Jahren die Selbsthilfegruppe „Darmgeschichten“ ins Leben gerufen. Seitdem haben viele Betroffene von dem Netzwerk aus Informationen und Kontakten profitieren können.

Zuvor selbst von einer schweren Darmerkrankung betroffen, gründete Christiane Frank im Januar 2009 die Selbsthilfegruppe für Patienten, die etwa an Morbus Crohn oder Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit mit chronischer Erkrankung der Dünndarmschleimhaut) erkrankt sind. „Viele Menschen mit Darmerkrankungen ziehen sich zurück und sprechen meist aus Scham nicht über ihre Leiden“, berichtet sie. Mit der Diagnose „Kurzdarmsyndrom“ änderte sich 2006 Christiane Franks Leben schlagartig. Ein Stück des Darms musste schnell entfernt werden, und als noch eine Bauchfellentzündung dazukam, ging es „für mich um Leben und Tod“, erinnert sie sich. Heute kann sie nur noch mit ausgewählten Nahrungsmitteln und Medikamenten leben.

Mehr Lebensqualität

Betroffene aus der Isolation zu holen und sie zu ermutigen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen, bezeichnet sie als ein wichtiges Ziel der Gruppe. Außerdem soll bei den regelmäßigen Treffen auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Erkrankten im Vordergrund stehen. „Gemeinsam versuchen wir, trotz unserer Krankheit, mehr Lebensqualität zu finden“, erläutert die Korbacherin.

Die Zahl der Mitglieder ist in den vergangene Monaten rückläufig, bedauert die 48-Jährige. Zurzeit gehören der Selbsthilfegruppe 15 Betroffene aus Korbach, Frankenberg und Bad Arolsen, aber auch Medebach und Brilon an. Persönliche Gründe seien für die meisten ausschlaggebend, nicht mehr teilzunehmen. Wer Hilfe gefunden habe, möchte sich oft nicht mehr so gerne mit den Krankheitsgeschichten anderer befassen und belasten, beschreibt sie diesen Umstand.

Weitere Ansprechpartnerin

Veranstaltungen und Treffen organisieren, den Kontakt zu Fachleuten herstellen und pflegen, die weiter wachsende Ratgeber-Bibliothek auf dem neuesten Stand halten, Sponsoren für den neuen Flyer suchen oder den Internetauftritt verbessern: Diese Vielzahl an Aufgaben musste Christiane Frank zuletzt meist ganz allein erledigen. Nun hat sie mit Sabine Gräfe eine Mitstreiterin gewinnen können. Die Heilpraktikerin unterstützt die Selbsthilfegruppe auch, indem sie ihre Kenntnisse zur Verfügung stellt. Insbesondere der Frage, wie Nahrungsmittelallergien und Darmkrankheiten ursächlich zusammenhängen, will sie als Referentin nachgehen. Kompetente Unterstützung finden sie auch bei niedergelassenen Medizinern, Ärzten des Korbacher und Frankenberger Krankenhauses, Apothekern, Therapeuten und Diätassistentinnen.

Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe findet am 3. Juni in der Gaststätte „Kleines Brauhaus“ in Korbach statt. Weitere Informationen gibt es bei Christiane Frank unter Tel.: 0151/14395526, oder Sabine Gräfe, Tel.: 05631/5026419, Mail: sabine.graefe@gmx.de.

Von Thomas Kobbe

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