Korbach

Bewährungsstrafen für junge Korbacher

- Korbach (resa). Ob das Sportlerheim in Buchenberg, die Kneipe in Ober-Ense oder eine Wohnung in Thalitter: Wegen Randale und Diebstahl in 14 Fällen mussten sich am Donnerstag drei junge Korbacher vor dem Gericht verantworten.

Mit einem Kasten Bier, einem Spalthammer und einem Brecheisen im Kofferraum zogen die drei Jugendlichen los. „Wir sind gar nicht gezielt aufgebrochen“, sagte einer der drei Angeklagten vor Gericht, „aber dann haben wir unseren Frust rausgelassen.“. Weihnachten 2009 geschah das zum ersten Mal: Die drei jungen Männer, die heute zwischen 19 und 24 Jahren sind, fuhren zur Grillhütte in Berndorf. Sie schlugen mit dem Hammer auf den Grill ein, zerstörten Mülleimer, Regale, Bänke und die Theke und hinterließen einen Schaden von rund 2800 Euro. Ein vierter Jugendlicher soll damals dabei gewesen sein, dessen Verfahren aber wurde gestern eingestellt. Er habe sich nicht an der Randale beteiligt, beteuerte er.

Die anderen drei jungen Männer hingegen gestanden. Nach der Verhaftung des 24-Jährigen, hatte der ausgepackt und auch seine Freunde belastet. In 14 Fällen erhob der Staatsanwalt schließlich Anklage, der Berndorfer Grillplatz war also nur der erste unter vielen. Von dort aus ging es im Januar dann weiter zur Kugelsburg in Volkmarsen, wo die jungen Männer Werbeschaukästen des Restaurants zerstörten und einen Schaden von rund 3000 Euro hinterließen. Von Januar bis April fuhren sie dann gleich mehrmals in den „Sonnenhof“ nach Rhenegge, zerstörten Türen, Waschbecken und Fenster in der Ruine und der 24-Jährige ließ ein Verkehrsschild mitgehen. Am Waldecker Berg zerstörten sie Anfang 2010 Holzbänke und den legendären Baummann. Für den 24-Jährigen zumindest war das die traurige Spitze des Eisbergs.

Reuevoll zeigte sich der junge Korbacher vor Gericht. Unter Tränen versprach er, künftig für seinen vierjährigen Sohn ein guter Vater sein zu wollen. „Ich habe wieder eine feste Arbeit und eine Orientierung im Leben“, sagt er. Richter Henrik Ludwig glaubte ihm und verurteilte den jungen Korbacher zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen á 30 Euro.

Für die beiden 20 und 19 Jahre alten Männer, die ebenfalls für den Vandalismus vor Gericht standen, endete damit die Liste der Anklage aber nicht. „Bis hier her hätten wir vielleicht von jugendlichen Leichtsinn sprechen können, aber dann wurde es kriminell“, betonte der Richter. Denn im Mai stieg der heute 19-Jährige in die Kneipe in Ober Ense ein, um die Kasse zu stehlen. Weil die Bewohner wach wurden, scheiterte der Diebstahl. Später klaute er aus einem offenen Auto in Nordenbeck ein Smartphone, stieg im Sportlerheim Nieder-Ense ein und klaute ihm Lehrbauhof in Korbach die Kaffeekasse. Im Juni versuchten die beiden Männer dann ihr Glück im Sportlerheim in Buchenberg. Sie stiegen durch das Fenster ein, brachen eine Tür auf und klauten einen Flachbildfernseher und Alkoholika. Auf dem Nordenbecker Grillplatz ließen sie Leergut mitnehmen und kassierten dafür das Pfandgeld von rund 40 Euro.

Gemeinsam nahmen sich die beiden Männer dann den alten Gutshof in Thalitter vor. Gleich zwei Mal stiegen sie hier ein, nachdem sie beim ersten Mal den Tresor nicht hatten aufbrechen können. Sie ließen Waffen mitgehen, die sie im Wald versteckten, ein Album mit alten Banknoten und das Silberbesteck. Das nächste Mal schlugen sie auf dem Parkplatz „Am Ascher“ in Korbach zu: Hier schraubten sie das Zubehör eines BMWs ab und verkauften die Teile.

„Wir haben wirklich viel falsch gemacht“, betonten die beiden jungen Männer, „aber wir haben uns dank unserer neuen Arbeitsplätze verändert“. Nun würden sie wieder ein geregeltes Leben führen und kämen gar nicht mehr auf die Idee, zu randalieren oder zu stehlen. Darauf bauten auch Staatsanwalt und Richter: Der 20-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, der 19-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Jeder muss 1600 Euro zahlen.

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