Asel gedenkt am 24. März dem Auszug aus Alt-Asel vor 100 Jahren

Bewegende Zeitreise in der Aselbucht

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Vöhl-Asel - Erst mussten sie ihr Dorf verlassen, dann kam das Wasser: Während im nächsten Jahr „100 Jahre Edersee“ gefeiert wird, steht in Asel auch schon dieses Jahr ein Gedenktag an. Am 24. März erinnert der Ort mit einem Fest an den Auszug aus Alt-Asel 1913.

Sie hatten ihre Pferdefuhrwerke gepackt, Kartoffelsäcke mit Hab und Gut gefüllt und den eigenen Hausstand so gut wie möglich für den Transport vorbereitet. Am 24. März 1913 feierten die Menschen in Asel einen letzten bewegenden Gottesdienst in ihrer Kirche, bevor sie aus ihrem Heimatdorf zogen. Die Edertalsperre sollte gebaut, das Dorf geflutet werden. „Damals wird es kalt gewesen sein, der Abschied fiel schwer, und die Zukunftsangst war groß“, sagt Thomas Ruch, Ortsvorsteher in Asel.

Mit Leiterwagen nach Asel

Auf den Tag 100 Jahre später erinnern die Menschen in Asel an den Auszug aus dem alten Dorf. Am Sonntag, 24. März, lädt der Festausschuss zum besonderen Gottesdienst in die Aselbucht ein. „Wir wollen uns in die Lage der Familien versetzen, die 1913 Haus und Hof verlassen mussten und völlig neu begannen“, sagt Thomas Ruch. Kein Gottesdienst wie jeder andere soll am alten Friedhof stattfinden, sondern eine Zeitreise, die die Möglichkeit bieten will, sich der Geschichte des Ortes und der Region zu widmen. Statt vieler Grußworte soll Landrat Reinhard Kubat während des offiziellen Teils sprechen.

Um 10.30 Uhr beginnt der Gottesdienst mit Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg, der Posaunenchor der Kirchengemeinde gestaltet das Fest mit. „Anschließend wollen wir nach Asel ziehen, wie die Menschen vor 100 Jahren“, sagt Detlef Baumann vom Festausschuss. Mit Leiterwagen und Pferdefuhrwerk geht es durch den Wald Richtung Asel. In der Festscheune werden dann Köstlichkeiten vom Grill und Kaffee und Kuchen serviert.

Unterdessen bieten Friedrich Hoffmann und Volker König vom Geschichtsverein Itter-Hessenstein eine Vertiefung der Zeitreise im Dorfgemeinschaftshaus an. Im Rahmen einer Ausstellung sollen dort alte, bisher unveröffentlichte Fotos aus Alt-Asel und vom Edersee gezeigt und Geschichte lebendig werden. „Wir haben auch ein Modell von Alt-Asel gebaut, das dort ausgestellt werden soll“, erzählt Peter Paulitzek. Nach alten Plänen und Fotos und mithilfe von Höhenlinien ist in mühsamer Kleinarbeit ein Modell entstanden, das auch von der Enge des kleinen Dorfes, das von 1314 bis 1913 bestand, erzählt. Dass sich die Aseler mit den Vertretern des Geschichtsvereins Unterstützung ins Dorf holen, hat gleich mehrere Gründe. Auf der einen Seite nehmen so Experten den geschichtlichen Teil in die Hand, auf der anderen Seite haben die Aseler so die Möglichkeit, auch selbst mitzufeiern.

„Asel - früher und heute“

Und dieses Ziel haben sie auch für 2014. Mit einem Fest beteiligt sich das Dorf am Pfingstsonntag an den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Entstehung des Edersees vor 100 Jahren. Die Vorbereitungen dafür hat ebenfalls der engagierte Festausschuss in Angriff genommen. Das Motto lautet dann „Asel - früher und heute“. Ein stehender Festzug soll nicht nur vielfältige Aktionen parat halten, sondern auch alte Aseler Geschichten lebendig werden lassen. (resa)

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