Motorrad-Gottesdienst am 29. Juni auf der Hauer · Erlös für wohltätigen Zweck

Biker-Gottesdienst mit Ausfahrt

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Korbach - Lederkutte, Hemd, Rock oder Schlips: Der erste Motorrad-Gottesdienst am 29. Juni in Korbach soll Menschen zusammenführen - für einen guten Zweck.

Dunkle Westen, dunkle Brillen, viel PS unterm Hintern und Tätowierungen am Arm - das sind auf den ersten Blick nicht gerade Schäfchen, „die so zur Klientel unseres Gottesdienstes gehören“, sagt Johannes Helmer. Er ist Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Korbach (Hopfenberger Weg). Doch der Gedanke an einen Gottesdienst für Motorradfahrer „hat mich sofort begeistert“, fügt Helmer an. Auch wenn der Pastor selbst nur einen motorisierten Roller besitzt.

Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Oliver Okun und dem katholischen Domkapitular Gisbert Wisse feiert Helmer deshalb am 29. Juni den ersten Biker-Gottesdienst in Korbach. Um 13.30 Uhr auf dem Hauerplatz beginnen christliche „Message“ und „Memorials“, wie es in der Biker-Sprache heißt.

Nach dem Gottesdienst geht es auf gemeinsame Motorradtour durchs Waldecker Land: von Korbach Richtung Rhena, Neerdar, zum Diemelsee und über Adorf wieder zurück in die Kreisstadt.

Geboren wurde die Idee am Stammtisch, erinnern Axel Krüer­ vom Stiftungsverein „Zukunft für unsere Region“ und Hans-Jürgen Först vom Projekt „Aktive Bürgerinnen und Bürger“ in Korbach. Den entscheidenden Impuls setzte dabei Albert Storm, Gründungsmitglied des Motorradclubs „ MC Trust“ Korbach. Die in Lengefeld organisierten acht Biker gehören mit ihrem Club zu einer Organisation von rund 2000 Mitgliedern, die sich aus Clubs vor allem aus Süddeutschland, Belgien und Rumänien geformt hat.

Toleranz, Integration

„Wir möchten mit dem Gottesdienst so viele Menschen wie möglich erreichen“, unterstreicht Albert Storm. Signale setzen für Integration und Toleranz, das sei das Ziel. Denn viele Biker hätten selbst Erfahrungen gemacht mit Ausgrenzung, „weil wir ein alternatives Leben führen“, sagt Storm.

Musik und Ausfahrt

So hatte der „MC Trust“ eine Aktion im Auge für einen wohltätigen sozialen Zweck. Der Erlös des ersten Biker-Gottesdienstes in Korbach soll deshalb das Projekt MIT unterstützen - „Migration, Integration, Teilhabe“. MIT ist dabei ein Armutsprojekt der evangelischen Stadtkirchengemeinde, das sich vor allem um Integration von Zuwanderern kümmert, schildert Pfarrer Oliver Okun. Regie beim MIT-Projekt führen Natalia Schens und Lydia Oswald.

Zugleich möchte der „MC Trust“ mit der Aktion auf das Waldecker Land und Korbach über die Region hinaus aufmerksam machen, betont Storm.

„Ankommen“ heißt der Leitgedanke am 29. Juni, erklärt Mitorganisator Hans-Peter Osterhold. Um 12 Uhr beginnt das Treffen mit Musik von Günther Solka, Spendenaktion, Tombola und Unterhaltung auf der Hauer. Um 13.30 Uhr folgt der Gottesdienst, ab etwa 14.30 Uhr starten die Motoren dann zur gemeinsamen Ausfahrt. Der Erlös aus Essen und Trinken soll dem Korbacher Familienzentrum „Kreisel“ zugutekommen.

Eingeladen zum Gottesdienst sind nicht nur Biker - sondern alle, die dabei sein möchten.

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