Geschäftsführer des TSV 1850/09 Korbach will 2015 aufhören

Bitzer kündigt Rücktritt an

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Korbach - Der TSV 1850/09 Korbach muss sich auf die Suche machen nach einem neuen Geschäftsführer. Werner Bitzer (67) hat fürs kommende Frühjahr seinen Rücktritt erklärt.

Ende März 2015, spätestens nach einer Übergangszeit Ende Juni will Werner Bitzer als Geschäftsführer des größten Sportvereins im Waldecker Land aufhören. Dies bestätigte Bitzer auf WLZ-Nachfrage. Der engagierte Regisseur des Korbacher Großvereins nannte „Alter und private Gründe“ für seinen Ausstieg.

Nach Bitzers Ankündigung in der jüngsten Vorstandssitzung zeigte sich die Vereinsspitze des TSV überrascht. „Wir haben natürlich Verständnis für Werner Bitzers persönliche Entscheidung. Sie macht uns aber traurig und ist ein großer Verlust“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Martin Dörflinger. Mit Energie werde der Vorstand auf die Suche gehen nach einem neuen Geschäftsführer.

Rund zehn Jahre stand Werner Bitzer an der Spitze der Geschäftsführung, wenn er im kommenden Jahr seinen Posten aufgibt. Zehn Jahre überdies, in denen die deutschen Sportvereine allgemein kräftige Turbulenzen erlebten – ob schrumpfende Mitgliederzahlen, Finanzierung oder gesellschaftlicher Wandel. So sank auch beim TSV Korbach, dem zweitgrößten Sportverein in Nordhessen, die Mitgliederzahl von ehedem über 3000 auf derzeit rund 2500.

Derweil brachte der Verein wichtige Projekte auf den Weg. Dazu gehörte im Oktober 2010 der Anpfiff auf dem von den Fußballern lang ersehnten neuen Kunstrasenplatz auf der Hauer. Ein weiteres Ziel, das Bitzer in den vergangenen Jahren verfolgte: „Der Umbau des Sportvereins zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen.“

Ohne Reibungen verlief das beim TSV Korbach nicht, wie das Frühjahr 2013 zeigte. Denn im vorigen Jahr konkretisierte der Vorstand seine Pläne für ein neues Sportzentrum. Damit will der Verein deutlich stärker auf den Freizeitbedarf eingehen: Ein Zentrum mit weiten Öffnungszeiten, auch für individuellere Sportangebote. Das kann von Fitness über Kinderturnen bis zum Reha-Sport reichen.

Um eine solche Investition stemmen zu können, holte sich der Vorstand bei der Hauptversammlung im März 2013 die Mehrheit der Mitglieder für eine Satzungsänderung. Die würde prinzipiell auch einen Verkauf des Vereinsheims auf Scheid am Edersee erlauben, um das Projekt zu finanzieren.

Sportzentrum bleibt ein Zukunftsprojekt des TSV

„Das Wort des Vorstands gilt aber weiter: Sofern keine finanzielle Notlage besteht, wird das Vereinsheim nicht angetastet“, erklärt Bitzer. Ohne einschneidende Veränderungen „für ein breit gefächertes Sportangebot“ sei der Weg in die Zukunft für den Verein allerdings schwer, fügt Bitzer an.

Akut ist das Projekt „Sportzentrum“ beim TSV Korbach derzeit nicht. Der Vorstand hat in den vergangenen beiden Jahren verschiedene Pläne und Immobilien geprüft, doch bislang wieder verworfen.

„Wir halten das Vorhaben nach wie vor für zukunftsweisend“, betont auch Martin Dörflinger. Zumal der Landessportbund bereits Zuschüsse in Aussicht gestellt hatte. So soll sich auch der künftige Geschäftsführer des Themas annehmen.

Die Pläne sollten aus Dörflingers Sicht dann „in einem offenen Dialog mit den Mitgliedern“ erörtert werden. Dies sei auch beim Vereinsheim auf Scheid ratsam. (Jörg Kleine)

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