Vielseitiges Herbstkonzert des Musikvereins Rhena in der Usselner Schützenhalle

Bläser vereinen Klangwelten – Bildergalerie

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Vielseitig zeigte sich der Musikverein Rhena beim Herbstkonzert in der Schützenhalle Usseln.

Willingen-Usseln - Blasmusik und starke Stimmen: Der Musikverein Rhena hat das Publikum bei seinem Herbstkonzert am Samstag mit sinfonischen und volkstümlichen Stücken begeistert, unterstützt vom Männergesangverein Usseln.

Nein, kein zackiger Marsch zum Auftakt. Ganz feinfühlig und feierlich beginnen die Bläser vom Musikverein Rhena ihr Herbstkonzert in der Usselner Schützenhalle - mit einer Fantasie über Paul Gerhardts Choral „Wach auf, mein Herz, und singe“. Gewagt, ein Konzert mit einem so ruhigen Stück zu eröffnen, das Konzentration abfordert - von den Musikern gleichermaßen wie vom Publikum. Doch die Zuschauer sind mucksmäuschenstill, und das Blasorchester ist bei der Sache. Der erste und verdiente Applaus an diesem Abend.

Ein Konzert, das Klangwelten vereint: Mit bekannten und verborgenen Schätzen aus volkstümlichem Liedgut, Choralmusik, Pop und Film wollen die Musiker begeistern - unterstützt vom Männergesangverein Eintracht Usseln und den Gesangssolistinnen Xenia Kautz und Britta Kleine. Zwischen den Musikstücken tragen Mitglieder des Musikvereins Gedichte vor - von Goethes „Zauberlehrling“ bis zu Heinz Erhardts „Ritter Kunibert“.

Hymnisch geht es weiter mit „Marching Through Georgia“, eine Melodie aus der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg um 1865. Mit dem schwungvollen Shanty „Santiano“ absolviert der Männergesangverein Usseln seinen ersten Auftritt. Kleines Manko: Beleuchtungstechnisch stehen die Sänger vor der Bühne im Abseits.

Für Gänsehaut sorgt Solistin Xenia Kautz. Die Chorleiterin der Usselner Männer singt die gefühlvolle Ballade „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“, begleitet vom Musikverein. Chor und Sologesang kombinieren der Männergesangverein und Britta Kleine beim Bette-Middler-Hit „The Rose“. Als letztes Stück vor der Pause spießen die Usselner Sänger mit Grönemeyers „Mambo“ den Alltagswahnsinn im Großstadtverkehr humorvoll auf.

Sinfonisch startet auch der zweite Teil des Programms: „Folk Songs from Somerset“, eine Suite verschiedener englischer Volkslieder, ist als erstes Stück zu hören. Ihre Virtuosität als Solistin kann Xenia Kautz anschließend bei Leonard Cohens „Hallelujah“ erneut unter Beweis stellen. Das Arrangement für Blasorchester, Chor und Sologesang zieht alle Register.

Ein bisschen Punk steckt wohl auch im Männergesangverein: Mit „Altes Fieber“ intonieren die Sänger einen nostalgischen Rückblick der „Toten Hosen“ auf die eigene Bandgeschichte. Schließlich darf auch im Takt mitgeklatscht und mitgesungen werden: Die „Slavonickâ Polka“ spielt der Musikverein in einer flotten Version, den Gesangsteil übernimmt die „Eintracht“, unterstützt vom Publikum.

Komponist Sepp Pedaming legte seinerzeit größten Wert darauf, dass das Stück immer gesungen wird: Und genau das tut der Männergesangverein beim Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, der heimlichen Hymne des Landes. Mit „Kein schöner Land“ und schließlich „Mein Waldeck“ biegen Musiker und Sänger in die Zielgerade ein. Das Publikum ist nach unterhaltsamen eineinhalb Stunden Programm begeistert und lässt Chor und Kapelle erst nach zwei Zugaben ziehen. (lb)

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