Astrid-Lindgren-Schule: Eltern fordern Alternativen zur Schließung · Elternabend am Dienstag

Blauer Brief aus Rhena an den Landrat

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Korbach-Rhena - Eltern kämpfen für den Fortbestand: In Rhena regt sich Protest gegen Überlegungen des Landkreises, die Astrid-Lindgren-Schule schon 2014 zu schließen.

Eine Einbahnstraße, die nur in Richtung Schließung führt, soll es nicht geben. Das jedenfalls ist der Wunsch der Rhenaer, die daran glauben, dass ihre Astrid-Lindgren-Schule eine Perspektive über 2014 hinaus hat: „Es gibt für uns nicht nur "Zumachen“, betonen Elternbeirats-Vorsitzender Matthias Wiechmann und sein Stellvertreter Jörg Müller. Stattdessen müsse auch überlegt werden, wie der Standort gestärkt werden könne. Dafür will die Schulgemeinde nun kämpfen.

Mit selbstgemalten Plakaten bereiten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf den Protest vor. Eltern sammeln Unterschriften in Rhena, Alleringhausen und Bömighausen. Und für Dienstag, 13. November, ist um 20 Uhr ein Elternabend in der Astrid-Lindgren-Schule anberaumt.

Kritik am Landkreis

In einem „blauen Brief“ an Landrat Dr. Reinhard Kubat hat der Ortsbeirat bereits die Kreisgremien aufgefordert, die Sachlage neu zu bewerten. Ortsvorsteher Friedrich Bunte und sein Stellvertreter Stefan Kieweg äußern in dem Schreiben scharfe Kritik am Vorgehen des Landkreises: „Dass die Sitzung des Schulausschusses in den Herbstferien und zudem noch in Frankenberg anberaumt wurde, wo es hier doch um die Existenz von drei Grundschulstandorten im Norden des Landkreises geht, lässt vermuten, dass das Schicksal dieser drei Grundschulen relativ lautlos beschlossen werden sollte.“

Die Höhe des Sanierungsbedarfs – für die Grundschule Rhena sind es 915 000 Euro – sei nicht nachvollziehbar, heißt es weiter in der Erklärung des Ortsbeirats. Der Verdacht liege nahe, dass der Standort „kaputtgerechnet“ werden solle. Der seit Jahren bestehende Sanierungsbedarf habe im Haushaltsplan für 2012 keinen Niederschlag gefunden. „Nunmehr sollen angeblich mehrere Millionen Euro an Sanierungsstau entdeckt worden sein?“, wundern sich Bunte und Kieweg. Mögliche Fördermittel aus dem Konjunkturprogramm seien für die Rhenaer Schule nicht abgeschöpft worden, moniert außerdem Elternsprecher Wiechmann.

„Fortbestand zugesichert“

Der Ortsbeirat verweist darüber hinaus auf einen Elternabend im April, an dem auch ein Mitarbeiter des Landkreises und eine Vertreterin des staatlichen Schulamtes teilgenommen hätten. Hier sei ein Verbund mit der Westwallschule als zwingend dargestellt worden, um den Schulstandort bis 2017 zu sichern. Das hätten die Eltern schweren Herzens akzeptiert.

Auch das Thema Sanierungskosten sei damals schon angesprochen worden, das „spielte aber nach Aussage des Vertreters des Landkreises und des Schulamtes bei den Überlegungen über den Fortbestand unserer Grundschule keine Rolle.“ Der Elternbeirat will den Landrat außerdem an sein Versprechen aus dem Jahr 2009 erinnern, sich für den Erhalt der kleinen Schulen einzusetzen. Die Strategie, einen Schulstandort zu stärken, indem gleichzeitig ein anderer aufgegeben werde, lehnte Kubat damals in einem Interview mit der WLZ-FZ deutlich ab: „Mit mir ist das Spielchen nicht zu machen.“

Nach wie vor vermisst der Elternbeirat Transparenz von Seiten des Landkreises: Bislang hätten Eltern und Schule noch keine weiteren Informationen zur Sachlage erhalten. Schließlich heben die Rhenaer hervor, dass kleine Schulen wertvolle pädagogische Arbeit leisteten: „In Berlin ist jahrgangsübergreifender Unterricht an den Grundschulen im Trend“, sagt Ulrich Schäfer, der sich ebenfalls für den Erhalt der Schule einsetzt. Das fördere Sozialkompetenzen. „Kleine Schulen ermöglichen es, dass die Lehrer gezielter auf einzelne Kinder eingehen können“, ergänzt Wiechmann. Das sei auch in Rhena der Fall.

Zufriedene Eltern

Belege dafür nennt Schulleiterin Mareike Bangert: Im Bericht zur Schulinspektion 2010 heißt es: „Die Größe der Schule sowie die Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern seit dem Kindergarten bilden nach Meinung aller Schulgemeindemitglieder die Grundlage für das überaus positive Schulklima.“ Eine hohe Zufriedenheit gebe es auch mit dem pädagogischen Konzept der Schule.

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